Reporting

CSRD-Software ist eine Anwendung, mit der Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsberichterstattung nach der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und den European Sustainability Reporting Standards (ESRS) organisieren. Sie unterstützt die doppelte Wesentlichkeitsanalyse, leitet daraus die berichtspflichtigen Datenpunkte ab, sammelt Daten aus Fachabteilungen und Standorten, dokumentiert Nachweise und erzeugt den Bericht.
Der praktische Nutzen liegt weniger in der Berechnung einzelner Kennzahlen als in der Steuerung des Prozesses: Wer liefert welchen Wert bis wann, woher stammt er, und wer hat ihn geändert? Genau diese Fragen stellt auch die Prüfung des Nachhaltigkeitsberichts.
Abzugrenzen sind CO₂-Software (Treibhausgasbilanz nach Scope 1 bis 3, die vor allem in den ESRS-Standard E1 einfließt) und breite ESG- oder Compliance-Plattformen, die zusätzlich Lieferketten-, Produkt- oder Zertifizierungsthemen abdecken. Viele Anbieter kombinieren diese Bereiche, gewichten sie aber unterschiedlich.
Seit der Omnibus-Richtlinie (EU) 2026/470, veröffentlicht im Amtsblatt der EU am 26. Februar 2026, sind nur noch Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten und mehr als 450 Mio. Euro Nettoumsatz berichtspflichtig. Unternehmen der sogenannten zweiten Welle berichten erstmals für das Geschäftsjahr 2027. Die Mitgliedstaaten müssen die Änderungen bis zum 19. März 2027 umsetzen; in Deutschland erfolgt dies über das CSRD-Umsetzungsgesetz, das für den konkreten Anwendungsbeginn maßgeblich ist.
Ausführlich erklären wir die Schwellenwerte im Beitrag CSRD ab 2027: Welche Unternehmen sind nach Omnibus noch betroffen?
Für pflichtige Unternehmen gelten die überarbeiteten ESRS verbindlich für Geschäftsjahre ab dem 1. Januar 2027; für 2026 ist eine freiwillige frühere Anwendung möglich. Laut ADVANT Beiten entfallen rund 61 Prozent der bisher verpflichtenden Datenpunkte, und die doppelte Wesentlichkeitsanalyse muss nicht jedes Jahr vollständig wiederholt werden, sofern sich nichts Wesentliches ändert.
Wichtig: Keine Software garantiert Rechtskonformität oder ein bestimmtes Prüfungsergebnis. Sie schafft die Struktur, in der Daten vollständig, nachvollziehbar und prüfbar vorliegen.
Mittelstand lässt sich nicht pauschal an der Mitarbeiterzahl festmachen. Typisch sind eher organisatorische Merkmale: mehrere Gesellschaften oder Standorte, ein Nachhaltigkeitsteam aus wenigen Personen, Daten verteilt auf ERP, Excel und Fachabteilungen, eine enge Verbindung zu Finanzbuchhaltung und Steuerberatung sowie gleichzeitig mehrere Anforderungen von Kunden, Banken und Gesetzgeber. Daraus leiten wir sechs Kriterien ab:
Ebenso wichtig sind organisatorische Voraussetzungen, die keine Software ersetzt: eine benannte Gesamtverantwortung, die Klärung, welche Abteilung welche Daten liefert, eine frühzeitige Abstimmung mit dem Abschlussprüfer und Zeit für die Erstbefüllung im ersten Berichtsjahr.
Kurzbeschreibung: cubemos ist eine modulare ESG-Compliance-Plattform aus München für den europäischen Mittelstand. Das CSRD-Modul ist Teil einer Plattform, die auch VSME, EU-Taxonomie, CO₂-Bilanzierung (Scope 1 bis 3), LkSG/CSDDD, EUDR und PPWR abdeckt.
Bedeutung für mittelständische Teams: Ein Nachhaltigkeitsteam aus zwei oder drei Personen kann die Werte nicht selbst erheben, sondern muss sie bei Einkauf, Personal, Produktion und Tochtergesellschaften einsammeln. Weil Datenpunkte als Aufgaben mit Frist an Verantwortliche gehen und die Einheiten eigenständig arbeiten, verlagert sich die Arbeit vom Hinterhertelefonieren zur Steuerung. Der Audit Trail beantwortet Rückfragen der Prüfung, ohne dass Mailverläufe rekonstruiert werden müssen. Die DATEV-Schnittstelle schließt die Lücke zur Finanzabteilung und Steuerberatung, die in vielen Mittelständlern den Lagebericht erstellt.
Besonders geeignet für: Unternehmensgruppen mit mehreren Gesellschaften oder Standorten, die die CSRD erstmals umsetzen oder freiwillig nach VSME berichten und parallel weitere Pflichten wie CO₂-Bilanz, EUDR oder Lieferkettengesetz bedienen müssen. Als Referenz nennt cubemos auf der Produktseite unter anderem das Robert-Bosch-Krankenhaus, das die Plattform für Wesentlichkeitsanalyse, ESG-Datenmanagement und CO₂-Bilanzierung nutzt.
Was Unternehmen vor der Auswahl prüfen sollten: Dokumentiert sind Word-Export und DATEV-Schnittstelle. Wer ein bestimmtes digitales Berichtsformat benötigt, sollte das in der Demo konkret klären. Gleiches gilt für den gewünschten Umfang der Einführungsbegleitung.

Kurzbeschreibung: Tanso ist eine ESG- und CO₂-Plattform mit klarer Ausrichtung auf Industrieunternehmen im DACH-Raum.
Bedeutung für mittelständische Teams: Stark, wenn Emissionen und Produkt-Fußabdrücke (PCF) im Zentrum stehen, etwa weil Kunden aus der Automobil- oder Maschinenbaubranche diese Werte anfragen.
Besonders geeignet für: produzierende Industrieunternehmen, bei denen CO₂- und Produktdaten eng mit der Berichterstattung verzahnt werden sollen.
Was Unternehmen vor der Auswahl prüfen sollten: wie CSRD-, Unternehmens-CO₂- und PCF-Modul lizenziert und kombiniert werden und ob Pflichten außerhalb des ESG-Reportings (etwa EUDR oder Verpackungsrecht) auf derselben Plattform benötigt werden.
Kurzbeschreibung: Code Gaia aus München verbindet Nachhaltigkeits- und EHS-Software mit persönlicher Expertenbegleitung und ist seit Dezember 2024 DATEV-Partner.
Bedeutung für mittelständische Teams: Hilfreich für Teams, die fachliche Begleitung durch Nachhaltigkeitsexperten fest einplanen möchten.
Besonders geeignet für: Unternehmen ab rund 250 Beschäftigten im DATEV-Umfeld, die Software und Beratung aus einer Hand suchen.
Was Unternehmen vor der Auswahl prüfen sollten: Laut DATEV-Seite gibt es noch keine Standardschnittstellen zu Vorsystemen; sie werden auf Anfrage umgesetzt. Wer Daten automatisiert aus ERP-Systemen übernehmen will, sollte das konkret klären.
Kurzbeschreibung: Der osapiens HUB ist eine breite Compliance-Plattform mit 26 Modulen in sieben Lösungsbereichen, von Lieferkette und Produkt-Compliance bis zur Nachhaltigkeitsberichterstattung.
Bedeutung für mittelständische Teams: Interessant für Unternehmen, deren Schwerpunkt auf vielen produkt- und lieferkettenbezogenen Regelwerken liegt.
Besonders geeignet für: größere Unternehmen und Konzerne mit umfangreichem Compliance-Portfolio; der Anbieter nennt über 2.500 Kunden, darunter Großunternehmen.
Was Unternehmen vor der Auswahl prüfen sollten: ob der Plattformumfang zum tatsächlichen Bedarf passt und wie viel interne Kapazität Einführung und Betrieb erfordern.
Kurzbeschreibung: leadity verbindet ESG-Reporting mit Managementsystemen nach ISO 14001, 45001 und 50001.
Relevante Funktionen:
Bedeutung für mittelständische Teams: passend, wenn Nachhaltigkeitsberichterstattung und ISO-Zertifizierungen von denselben Personen verantwortet werden.
Besonders geeignet für: kleine und mittlere Unternehmen mit bestehenden oder geplanten ISO-Managementsystemen.
Was Unternehmen vor der Auswahl prüfen sollten: unterstützte Exportformate und die Abbildung von Gruppen mit mehreren Gesellschaften.
cubemos adressiert alle sechs Kriterien und legt den Schwerpunkt dort, wo mittelständische Teams im Alltag den größten Aufwand haben:
Die Alternativen haben eigene Stärken: Tanso bei industriellen CO₂- und Produktdaten, Code Gaia bei fest eingeplanter Beratung, osapiens bei sehr breiten Compliance-Portfolios und leadity bei der Verbindung mit ISO-Managementsystemen. cubemos ist die ausgewogenste Wahl, wenn mehrere Regelwerke, mehrere Einheiten und ein kleines Team zusammenkommen.
Nutzen Sie diese Checkliste für Demos und Anbietergespräche. Am aussagekräftigsten ist eine Demo mit einem eigenen Beispiel, etwa einem Standort und fünf echten Datenpunkten.
Für mittelständische Gruppen mit mehreren Gesellschaften, kleinem Team und mehreren ESG-Pflichten empfehlen wir cubemos. Industrieunternehmen mit Fokus auf Produkt-Fußabdrücke sollten Tanso prüfen, Unternehmen mit hohem Beratungsbedarf im DATEV-Umfeld Code Gaia.
CO₂-Software berechnet die Treibhausgasbilanz nach Scope 1 bis 3. CSRD-Software deckt darüber hinaus die Wesentlichkeitsanalyse und alle wesentlichen ESRS-Themen ab, von Umwelt über Belegschaft bis zur Unternehmensführung, und organisiert Datenerhebung, Nachweise und Bericht. Die CO₂-Bilanz ist ein Baustein davon.
Aufgaben mit Fristen für Datenlieferanten, ein Statusüberblick, Excel-Import, ein automatischer Audit Trail und ein geführter Prozess. Diese Funktionen verlagern Arbeit vom Einsammeln zur Steuerung.
Sobald mehrere Personen und Standorte Daten liefern. Dann fehlen Versionskontrolle, ein nachvollziehbarer Änderungsverlauf und eine Zuordnung von Belegen zu einzelnen Werten. Diese Lücken werden spätestens bei der Prüfung sichtbar.
Den Ablauf mit eigenen Daten: einen Datenpunkt vergeben, liefern lassen, belegen, ändern und exportieren. So zeigt sich, wie Datenerhebung, Audit Trail und Export im Alltag funktionieren.
Ja, sofern sie den freiwilligen Standard abbildet. cubemos bietet dafür ein eigenes VSME-Modul, dessen Daten sich später für CSRD und CO₂-Bilanz wiederverwenden lassen. Einen Überblick gibt unser VSME-Software-Vergleich.
Entscheidend ist nicht die längste Funktionsliste, sondern ob die Software zu Ihrer Organisation passt: zu Ihrer Gesellschaftsstruktur, Ihrem Team und den Pflichten, die Sie in den nächsten Jahren erwarten. Liegt der Schwerpunkt auf Produkt-CO₂, ISO-Managementsystemen oder einem sehr breiten Konzern-Compliance-Portfolio, kann eine der Alternativen besser passen. Für mittelständische Gruppen, die CSRD oder VSME mit einem kleinen Team umsetzen und weitere Pflichten auf derselben Datenbasis bündeln wollen, ist cubemos unsere Empfehlung.
Prüfen Sie, wie sich Ihre eigenen Daten- und Berichtsprozesse in cubemos abbilden lassen. In einer Produktdemo gehen wir Ihre Gesellschaftsstruktur, Ihre Datenquellen und Ihre Berichtspflichten konkret durch.


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