CO2 Accounting

Scope-3-Emissionen machen bei den meisten Unternehmen den größten Teil des Corporate Carbon Footprint aus – häufig 70 bis 95 Prozent, abhängig von Branche und Wertschöpfungskette. Gleichzeitig sind sie methodisch am schwierigsten zu erfassen: Sie entstehen bei Lieferanten, Logistikpartnern, in der Nutzungsphase von Produkten oder am Ende ihres Lebenszyklus – also außerhalb der eigenen Betriebsgrenzen. Eine gute Scope-3-Software löst deshalb nicht nur eine Rechenaufgabe, sondern ein Datenmanagementproblem: Daten aus Einkauf, Logistik, Produktion und von Lieferanten müssen zusammengeführt, geprüft, dokumentiert und über Jahre vergleichbar gehalten werden.
Diese Tabelle fasst die wichtigsten Auswahlkriterien zusammen. Sie basiert auf öffentlich verifizierbaren Produktangaben (Stand August 2026); Details zur Methodik finden Sie im Abschnitt „So haben wir verglichen“.
Für diesen Vergleich haben wir keinen eigenen Software-Test im Sinne einer isolierten Laborprüfung durchgeführt. Stattdessen haben wir die öffentlich verfügbaren Produktinformationen, Herstellerdokumentationen, unabhängigen Bewertungsplattformen (u. a. Capterra, GetApp, Software Advice, OMR Reviews) und – soweit vorhanden – Kundenreferenzen der Anbieter systematisch anhand von zehn Kriterien verglichen. Wo öffentlich keine Angaben vorlagen, haben wir das transparent vermerkt, statt Werte zu schätzen.
Jeder Anbieter wurde je Kriterium mit 0 bis 100 Punkten bewertet; der Gesamtscore ist der gewichtete Durchschnitt. Die Bewertung ist eine redaktionelle Einschätzung auf Basis der oben genannten Quellen – kein Ersatz für eine eigene Anforderungsanalyse oder einen Demo-Termin.
Scope-3-Emissionen sind nach dem GHG Protocol Corporate Value Chain (Scope 3) Standard alle indirekten Treibhausgasemissionen entlang der Wertschöpfungskette eines Unternehmens, die weder aus eigenen Quellen (Scope 1) noch aus zugekaufter Energie (Scope 2) stammen. Sie reichen von eingekauften Waren und Dienstleistungen über Geschäftsreisen und Mitarbeiter-Pendelverkehr bis zur Nutzung und Entsorgung verkaufter Produkte.
Für die meisten Unternehmen macht Scope 3 den größten Anteil der Gesamtemissionen aus – Studien und Anbieterdaten gehen häufig von 70 bis 95 Prozent aus, je nach Branche. Schwierig ist die Berechnung deshalb, weil die Datenhoheit bei Dritten liegt: Lieferanten, Logistikpartnern oder Kunden. Es gibt zudem keinen einzigen „richtigen“ Berechnungsweg, sondern mehrere Methoden mit unterschiedlicher Genauigkeit und unterschiedlichem Datenaufwand – dazu mehr im nächsten Abschnitt.
.png)
Ein zentraler Unterschied zwischen Anbietern liegt nicht in der Optik des Dashboards, sondern in der Qualität der Berechnung. Vier Ansätze sind relevant:
Berechnung anhand von Ausgaben, multipliziert mit durchschnittlichen (meist branchenbezogenen) Emissionsfaktoren aus Input-Output-Datenbanken.
Berechnung anhand physischer Aktivitätsdaten wie kg Material, gefahrene Kilometer, kWh oder Tonnenkilometer – multipliziert mit spezifischen Emissionsfaktoren.
Berechnung anhand tatsächlicher, vom Lieferanten bereitgestellter Emissionsdaten oder Product-Carbon-Footprint-Werte – die genaueste, aber auch aufwändigste Methode, da sie Mitwirkung der Lieferanten voraussetzt.
Kombination der drei Ansätze je nach Kategorie und Datenverfügbarkeit. In der Praxis ist Hybrid der Regelfall: Unternehmen starten meist mit spend-based Daten und ersetzen diese schrittweise – priorisiert nach Emissionsanteil – durch activity- und supplier-specific Daten. Genau diese Fähigkeit zur schrittweisen Verbesserung, ohne die gesamte Bilanz neu aufsetzen zu müssen, unterscheidet eine gute Scope-3-Software von einer reinen Rechentabelle.
cubemos ist eine modulare ESG-Compliance-Plattform aus München, die CO₂-Bilanzierung (Scope 1–3) mit CSRD/ESRS-Reporting, VSME, EU-Taxonomie und Lieferketten-Sorgfaltspflichten (u. a. EUDR, PPWR, LkSG/CSDDD) auf einer gemeinsamen Datenbasis verbindet. Der entscheidende Unterschied zu reinen Carbon-Accounting-Tools: Einmal erfasste Emissionsdaten lassen sich direkt für weitere Berichtspflichten weiterverwenden, statt sie für jedes Format neu zu erheben.
cubemos bestimmt zunächst, welche Scopes und Kategorien für die individuelle Unternehmenssituation relevant sind, und führt anschließend strukturiert durch die Datenerfassung – über Rohdaten-Anbindung, Excel-Upload oder manuelle Eingabe. Alle relevanten Datenquellen, Teams und Standorte werden in einem System zusammengeführt, sodass eine vollständige Erfassung über Scope 1, 2 und 3 entsteht. Die Plattform unterstützt sowohl spend-based als auch activity-based Berechnungen; für Kategorie 1 (eingekaufte Waren und Dienstleistungen) lassen sich zusätzlich lieferantenspezifische Rohdaten einspielen.
Aus den erfassten Daten erstellt cubemos automatisiert eine vollständige, audit-ready CO₂-Bilanz inklusive Beschreibung der Berichtsgrenzen und nachvollziehbarer Berechnungslogik. Audit Trails und Belege werden zentral gespeichert. Mit jedem weiteren Bilanzierungszyklus werden Daten wiederverwendet und Emissionsfaktoren aktualisiert, sodass sich die Datenqualität über die Jahre systematisch verbessert, statt jedes Jahr neu von vorn zu beginnen.
CSRD-, VSME- und weitere ESG-Verknüpfung
Weil CO₂-Bilanzierung, CSRD-Reporting, VSME und EU-Taxonomie in cubemos auf demselben Datenmodell laufen, müssen Scope-3-Kennzahlen nicht separat für ESRS E1 aufbereitet werden – sie stehen dem Reporting-Modul direkt zur Verfügung. Für Unternehmen, die aktuell unterhalb der (nach dem Omnibus-Paket angehobenen) CSRD-Schwellenwerte liegen, aber dennoch Kunden-, Banken- oder Förderanfragen zu CO₂-Daten beantworten müssen, lässt sich dieselbe Datenbasis für die freiwillige VSME-Berichterstattung nutzen.
Besonders für mittelständische Unternehmen im deutschsprachigen Raum, die Scope-3-Daten nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit CSRD, VSME oder Lieferketten-Anforderungen benötigen – und die eine Software mit fachlicher Begleitung statt reiner Selbstbedienungssoftware suchen.

Tanso ist eine TÜV-zertifizierte Carbon-Intelligence-Suite aus Deutschland, die gezielt auf den produzierenden Mittelstand ausgerichtet ist. Neben dem Corporate Carbon Footprint (CCF) bietet Tanso ein Product-Carbon-Footprint-Modul (PCF) und ESG-Funktionen für CSRD/ESRS. Kunden berichten laut OMR Reviews von bis zu 60 Prozent Zeitersparnis beim zweiten Bilanzierungszyklus.
Tanso erlaubt standort- und fachabteilungsübergreifende Datenanfragen über ein eigenes Aufgabenmanagement, Rohdaten-Upload per Excel/CSV oder API sowie die Nutzung einer umfassenden Emissionsfaktoren-Datenbank inklusive Anbindung an Ecoinvent. Lieferantenspezifische Faktoren lassen sich eigenständig hinterlegen. Ein eigenes Webinar-Format des Anbieters behandelte 2026 explizit Scope 3.1 (eingekaufte Waren) im Zusammenhang mit CBAM.
Normative ist eine schwedische Plattform mit einem besonderen Fokus auf wissenschaftlich abgesicherte Scope-3-Methodik. Der Anbieter ist in GHG-Protocol- und ISO-Arbeitsgruppen vertreten und wirbt mit einer 100-prozentigen Prüf- und SBTi-Einreichungsquote bei über 300 Kunden.
Über das „Carbon Network“ erhalten Nutzer Zugriff auf verifizierte Lieferantendaten, ergänzt durch automatisierte Datenerfassung und KI-gestützte Kategorisierung von Ausgaben. Normative deckt alle drei Scopes und alle 15 Scope-3-Kategorien ab und bietet begleitende Expertise durch GHG-Protocol-zertifizierte Klimastrateg:innen.
Sweep ist eine 2020 in Frankreich gegründete, europäische Plattform mit Büros in London und Denver. Der Schwerpunkt liegt auf Zusammenarbeit mit Lieferanten: Statt sich primär auf spend-based Schätzungen zu verlassen, sollen Unternehmen über ein Supplier-Portal echte Aktivitätsdaten von Zulieferern sammeln.
Sweep deckt alle 15 Scope-3-Kategorien ab, mit besonderem Gewicht auf Kategorie 1 (eingekaufte Waren und Dienstleistungen), die bei vielen Herstellern, Händlern und Markenunternehmen 60 bis 90 Prozent des Gesamtfußabdrucks ausmacht. Ein verwaltetes Lieferantenportal unterstützt Erinnerungen, Fortschritts-Tracking und die direkte Übernahme lieferantenspezifischer Emissionsfaktoren in die Konzernbilanz. Zusätzlich bietet Sweep ein SBTi-Zielsetzungsworkflow und Szenariomodellierung für Reduktionsmaßnahmen.
Plan A ist ein 2017 gegründetes Unternehmen mit Sitz in Berlin. Die Plattform verbindet TÜV-zertifizierte CO₂-Bilanzierung mit einem eigenen CSRD-Manager-Modul und legt Wert auf einen wissenschaftlich fundierten, nutzerzentrierten Bilanzierungsprozess mit adaptiver Lerntechnologie für den Datei-Upload.
Plan A deckt Scope 1 bis 3 inklusive aller 15 Scope-3-Kategorien ab und integriert GHG-Protocol-Prinzipien direkt in die Methodik. Reduktionsempfehlungen werden auf Basis der berechneten Emissionen automatisch abgeleitet.
Das GHG Protocol unterteilt Scope 3 in 15 Kategorien – acht vorgelagert (upstream) und sieben nachgelagert (downstream). Nicht jede Kategorie ist für jedes Unternehmen wesentlich; ein Softwareanbieter sollte aber grundsätzlich in der Lage sein, alle 15 Kategorien zu screenen und die materiellen Kategorien im Detail zu berechnen.
Für die meisten Industrie- und Handelsunternehmen sind Kategorie 1 (eingekaufte Waren und Dienstleistungen) und Kategorie 11 (Produktnutzung) besonders materiell. Für Finanzinstitute dominiert dagegen häufig Kategorie 15 (Investitionen). Eine belastbare Aussage à la „Anbieter X unterstützt alle 15 Kategorien vollständig automatisiert“ lässt sich für keinen der geprüften Anbieter pauschal verifizieren – realistisch ist, dass alle fünf Anbieter alle 15 Kategorien grundsätzlich abbilden können, die Automatisierungstiefe je Kategorie aber variiert und stark von der individuellen Datenlage im Unternehmen abhängt.
Je mehr Datenquellen eine Software direkt anbinden kann, desto weniger manuelle Nacharbeit entsteht – und desto eher lässt sich von spend-based zu genaueren Methoden wechseln. Relevante Datenquellen sind unter anderem:
Datenintegration ist deshalb entscheidend, weil Scope-3-Daten selten in einem einzigen System liegen. Eine Software, die Einkauf, Logistik, Reisekosten und Lieferantenportale gleichzeitig anbinden kann, reduziert den jährlichen Erhebungsaufwand erheblich – und macht den Wechsel von spend-based zu activity-based Berechnungen praktisch überhaupt erst möglich.
Ein Emissionsfaktor beschreibt, wie viel CO₂-Äquivalent pro Einheit einer Aktivität (z. B. pro Euro Ausgabe, pro Kilogramm Material oder pro Kilowattstunde) entsteht. Typischerweise verwendete Datenbanken sind unter anderem Ecoinvent, DEFRA-Faktoren oder branchenspezifische Input-Output-Tabellen; die konkrete Faktorenbasis unterscheidet sich je Anbieter und wird nicht immer vollständig offengelegt.
Ergebnisse unterscheiden sich je nach verwendeter Datenbank und Methodik teils erheblich – deshalb ist Transparenz über Quelle, Version und Aktualisierungsrhythmus der Faktoren ein wichtiges Auswahlkriterium. Ebenso wichtig: Kann ein Unternehmen eigene, verifizierte (etwa lieferantenspezifische) Faktoren hinterlegen, statt ausschließlich auf Durchschnittswerte zurückgreifen zu müssen? Tanso wirbt explizit mit einer Anbindung an Ecoinvent und der Möglichkeit eigener Faktoren; Normative und Sweep bieten über ihre jeweiligen Lieferanten-Netzwerke Zugriff auf verifizierte externe Werte. Für cubemos, Plan A und teils auch die übrigen Anbieter liegen zur exakten Herkunft und Versionierung der Faktoren keine vollständig öffentlichen Detailangaben vor – hier empfiehlt sich eine gezielte Nachfrage im Verkaufsgespräch.
Im ersten Bilanzjahr arbeiten die meisten Unternehmen zwangsläufig mit Schätzungen, Spend-Daten und Durchschnittswerten – das ist normal und laut CSRD/ESRS E1 sowie SBTi-Kriterien explizit zulässig, solange dies dokumentiert wird. Entscheidend ist die Entwicklung über die Jahre: Der schrittweise Wechsel zu Aktivitätsdaten, Primärdaten und Lieferantendaten – priorisiert nach Emissionsanteil, nicht nach Verfügbarkeit.
Gute Software unterstützt diesen Prozess aktiv, statt ihn dem Anwender allein zu überlassen. Relevante Funktionen sind ein Data-Quality-Score je Kategorie, eine klare Kennzeichnung von Schätzwerten gegenüber Primärdaten, dokumentierte Quellenangaben, sowie ein Vorjahresvergleich, der zeigt, wo sich die Datenbasis tatsächlich verbessert hat. CSRD/ESRS E1 verlangt von berichtspflichtigen Unternehmen inzwischen explizit die Offenlegung, welcher Anteil je Kategorie auf Primär- beziehungsweise Sekundärdaten beruht – ein Kriterium, das gute Scope-3-Software direkt unterstützen sollte, statt es nachträglich manuell zusammenzutragen.
Bei vielen Unternehmen entsteht der Großteil der Scope-3-Emissionen in Kategorie 1 – eingekaufte Waren und Dienstleistungen. Laut Marktbeobachtungen liegt dieser Anteil bei Herstellern, Händlern und Markenunternehmen häufig zwischen 60 und 90 Prozent des gesamten Fußabdrucks. Ohne belastbare Lieferantendaten bleibt die Bilanz in dieser – meist größten – Kategorie auf grobe Schätzwerte angewiesen.
Eine Scope-3-Software sollte deshalb idealerweise unterstützen: strukturierte Lieferantenanfragen und Fragebögen, Datenupload-Möglichkeiten für Lieferanten, die Übernahme von Product Carbon Footprints, lieferantenspezifische Emissionsfaktoren, automatisierte Erinnerungen sowie eine Validierung der eingereichten Daten. In diesem Bereich liegen Sweep und Tanso nach unserer Recherche vorn: Beide bieten dokumentierte, dedizierte Workflows für die Zusammenarbeit mit Lieferanten. cubemos deckt die Datenerfassung von Lieferanten grundsätzlich über Rohdaten- und Excel-Import ab, ein ebenso ausführlich dokumentiertes eigenständiges Lieferantenportal für CO₂-Daten war zum Zeitpunkt der Recherche öffentlich nicht in vergleichbarer Tiefe beschrieben.
Für ein erstes, grobes Scope-1–2-Screening reicht Excel oft aus. Sobald jedoch mehrere Kategorien, Lieferanten, Standorte oder Berichtsjahre zusammenkommen, stößt eine reine Tabellenkalkulation an klare Grenzen.
Empfehlung: Für ein erstes Screening in einem sehr kleinen Unternehmen mit wenigen, klar abgrenzbaren Emissionsquellen kann Excel ein legitimer Startpunkt sein. Sobald CSRD-, VSME- oder Kundenanforderungen ins Spiel kommen, mehrere Standorte oder eine wachsende Lieferantenbasis zu berücksichtigen sind, überwiegt der Aufwand einer belastbaren Excel-Pflege in der Regel schnell die Lizenzkosten einer spezialisierten Software.
Anforderung: Einfacher Einstieg, überschaubarer Datenaufwand, klare Anleitung
Passende Software: Plan A oder cubemos
Begründung: Geführter Prozess ohne sofortige Notwendigkeit tiefer ERP-Integration
Anforderung: Balance aus Funktionsumfang, Preis und Implementierungsaufwand
Passende Software: cubemos
Begründung: Modular buchbar, mit fachlicher Begleitung und CSRD/VSME-Anschluss
Anforderung: Strukturierte Lieferantenkommunikation und -validierung
Passende Software: Sweep oder Tanso
Begründung: Dedizierte Supplier-Engagement-Workflows
Anforderung: Tiefe Integration in Produktions- und Materialdaten, PCF
Passende Software: Tanso
Begründung: Spezialisiert auf industrielle Mittelstandsprozesse
Anforderung: Konsolidierung über Landesgesellschaften/Holdingstrukturen
Passende Software: cubemos oder Normative
Begründung: Mandantenfähige, konsolidierte Struktur laut Kundenreferenzen
Anforderung: Direkte Verknüpfung von Scope-3-Daten mit ESRS E1
Passende Software: cubemos
Begründung: Gemeinsames Datenmodell für CO₂ und CSRD-Reporting
Anforderung: Belastbare, prüfbare Scope-3-Basis für Zielsetzung und Tracking
Passende Software: Normative oder Sweep
Begründung: Dokumentierte SBTi-Erfolgsquote bzw. eigener Zielsetzungs-Workflow
Anforderung: Mehrsprachigkeit, komplexe Konsolidierung, große Datenmengen
Passende Software: Normative oder Sweep
Begründung: Enterprise-Ausrichtung, internationale Kundenbasis
ESRS E1 verpflichtet berichtspflichtige Unternehmen zur Offenlegung der Treibhausgasemissionen nach GHG Protocol – also Scope 1, 2 und, sofern als wesentlich eingestuft, Scope 3 – sowie eines Transitionsplans und einer szenarienbasierten Klimarisikobewertung. Das EU-Omnibus-I-Paket (Änderungsrichtlinie (EU) 2026/470) hat die Schwellenwerte für die CSRD-Pflicht deutlich angehoben (u. a. auf über 1.000 Mitarbeitende bzw. 450 Mio. Euro Umsatz), wodurch die Zahl direkt verpflichteter Unternehmen EU-weit von rund 50.000 auf etwa 5.000 sinkt. Gleichzeitig hat die EFRAG die ESRS überarbeitet und die Zahl verpflichtender Datenpunkte deutlich reduziert (laut mehreren Quellen um rund 55 bis 68 Prozent); die Europäische Kommission hat die überarbeiteten ESRS im Juli 2026 verabschiedet.
Für Unternehmen unterhalb der neuen Schwellenwerte entfällt zwar die formale CSRD-/ESRS-Pflicht, nicht aber der faktische Druck: Kunden, Banken und Fördermittelgeber fragen CO₂-Daten weiterhin ab – hier bietet die freiwillige VSME-Berichterstattung einen strukturierten, weniger aufwändigen Rahmen. Für Kategorie-1-Zulieferer größerer, CSRD-pflichtiger Unternehmen bleibt die Anfrage nach Scope-3-Daten damit indirekt relevant, unabhängig von der eigenen Berichtspflicht.
Unter dem bisherigen SBTi Corporate Net-Zero Standard (V1.3.1) müssen Unternehmen, deren Scope 3 mehr als 40 Prozent der Gesamtemissionen ausmacht, ein vollständiges Scope-3-Inventar nach GHG Protocol erstellen; near-term-Ziele müssen dann mindestens 67 Prozent, net-zero-Ziele mindestens 90 Prozent der Scope-3-Emissionen abdecken.
Mit dem im Juni 2026 veröffentlichten Corporate Net-Zero Standard V2.0, der ab dem 31. Januar 2027 für neue Zielsetzungen verpflichtend wird (V1-Einreichungen bleiben bis 31. Januar 2028 möglich), ändert sich die Systematik grundlegend: Statt eines pauschalen 67-Prozent-Schwellenwerts wird ein signifikanzbasierter Ansatz eingeführt – jede Scope-3-Kategorie, die 5 Prozent oder mehr der Scope-3-Emissionen ausmacht, benötigt ein eigenes Ziel. Für sogenannte „Category A“-Unternehmen (nach Umsatz, Mitarbeiterzahl oder Emissionen definiert) wird zudem eine externe Prüfung (mindestens Limited Assurance) des Basisjahr-Inventars verpflichtend.
Praktisch bedeutet das: Unternehmen, die künftig SBTi-Ziele einreichen wollen, benötigen eine Software, die Datenqualität je Kategorie granular nachweisen und mit vertretbarem Aufwand eine externe Prüfung unterstützen kann – Data-Quality-Scores und Audit Trails sind damit kein „Nice-to-have“ mehr, sondern eine harte Voraussetzung.
Öffentliche Preislisten sind im europäischen Markt für Carbon-Accounting- und ESG-Software die Ausnahme, nicht die Regel. Für keinen der fünf hier verglichenen Anbieter liegt eine vollständig öffentliche Preisliste vor – alle kommunizieren „Preis auf Anfrage“ und erstellen individuelle Angebote.
Als grobe Orientierung aus Marktbeobachtungen: Enterprise-Plattformen mit tiefer Systemintegration bewegen sich häufig im Bereich von mehreren zehntausend bis über hunderttausend Euro pro Jahr, während modulare Mittelstandslösungen in der Regel deutlich günstiger sind und nach tatsächlichem Funktionsumfang skalieren. cubemos bietet laut eigener Preisseite die Pakete „Basic“, „Advanced“ und „Enterprise“ an; der konkrete Jahrespreis ergibt sich aus gewähltem Paket, gebuchten Modulen, der Anzahl zusätzlicher Organisationseinheiten, Lieferanten bzw. Artikel und dem gewählten Support-Plan.
Typische Preisfaktoren bei Scope-3-Software
Finden Sie heraus, welches cubemos-Paket zu Ihrem Unternehmen passt. Basic, Advanced oder Enterprise – der Preis richtet sich nach Modulen, Standorten und Lieferantenanzahl. → Kostenlose Demo vereinbaren
Für mittelständische Unternehmen ist cubemos in unserem Vergleich die beste Scope-3-Software 2026. Die Plattform verbindet die Berechnung von Scope 1–3 mit strukturierter Datenerfassung und ESG-Datenmanagement und eignet sich deshalb besonders für Unternehmen, die ihre CO₂-Daten langfristig auch für CSRD, VSME und weitere Nachhaltigkeitsanforderungen verwenden möchten.
Es gibt keine Software, die für jedes Unternehmen gleich gut passt. Wer bereits heute CSRD-, VSME- oder Lieferketten-Anforderungen im Blick hat und eine Datenbasis für mehrere Zwecke sucht, findet in cubemos die naheliegendste Wahl. Wer primär eine sehr tiefe, industriell geprägte Lieferantenintegration benötigt, sollte Tanso oder Sweep ergänzend prüfen; internationale Konzerne mit ausgeprägtem SBTi-Fokus sind bei Normative gut aufgehoben.
Starten Sie mit einer zentralen Datenbasis für CO₂, CSRD und VSME. Vereinbaren Sie ein unverbindliches Gespräch und erfahren Sie, wie cubemos zu Ihrer Unternehmensgröße und Ihren Regulierungsanforderungen passt.
Für mittelständische Unternehmen mit CSRD- oder VSME-Bezug ist cubemos in unserem Vergleich die beste Wahl, da Scope-1–3-Daten direkt für weitere ESG-Anforderungen weiterverwendet werden können. Für stark lieferantenbezogene Fertigungsunternehmen ist Tanso, für internationale Enterprise-Teams mit SBTi-Fokus ist Normative eine gute Alternative.
Alle fünf in diesem Vergleich betrachteten Anbieter – cubemos, Tanso, Normative, Sweep und Plan A – unterstützen die Berechnung von Scope-3-Emissionen nach GHG Protocol, mit unterschiedlicher Tiefe bei Berechnungsmethoden und Lieferantenintegration.
Öffentliche Preislisten sind unüblich; alle geprüften Anbieter kommunizieren „Preis auf Anfrage“. Der Jahrespreis richtet sich typischerweise nach Unternehmensgröße, Anzahl Standorte, Datenvolumen, gebuchten Modulen und Implementierungsaufwand.
Für ein erstes, sehr überschaubares Screening ist das möglich. Sobald mehrere Kategorien, Lieferanten oder Berichtsjahre zusammenkommen, wird eine spezialisierte Software wegen Automatisierung, Nachvollziehbarkeit und Audit-Fähigkeit in der Regel effizienter.
Über spend-based (Ausgaben × durchschnittlicher Emissionsfaktor), activity-based (physische Mengendaten × spezifischer Faktor), supplier-specific (tatsächliche Lieferantendaten) oder hybride Kombinationen dieser Methoden, priorisiert nach Emissionsanteil je Kategorie.
Acht vorgelagerte Kategorien (u. a. eingekaufte Waren, Geschäftsreisen, Pendelverkehr) und sieben nachgelagerte Kategorien (u. a. Produktnutzung, Ende der Lebensdauer, Investitionen) gemäß GHG Protocol Corporate Value Chain (Scope 3) Standard.
Eine Berechnungsmethode, die Ausgaben mit durchschnittlichen, meist branchenbezogenen Emissionsfaktoren aus Input-Output-Datenbanken multipliziert. Sie ist schnell umsetzbar, aber vergleichsweise ungenau.
Eine Berechnungsmethode auf Basis physischer Aktivitätsdaten wie Materialmengen, Kilometern oder Kilowattstunden – genauer als spend-based, aber datenaufwändiger.
Je nach Kategorie u. a. Einkaufs- und Rechnungsdaten, Materialmengen, Lieferantendaten, Logistik- und Reisedaten, Energie- und Abfalldaten sowie Pendel- und Produktnutzungsdaten.
Je nach Anbieter und Kategorie kommen unter anderem Ecoinvent-Daten, nationale Faktorendatenbanken oder branchenspezifische Input-Output-Tabellen zum Einsatz; Transparenz über Quelle und Aktualität ist ein wichtiges Auswahlkriterium.
Eine formale Pflicht besteht in der EU vor allem für Unternehmen, die unter die (nach dem Omnibus-Paket angehobenen) CSRD-Schwellenwerte fallen und für die Klima als wesentlich eingestuft wurde. Unabhängig davon fragen zunehmend Kunden, Banken und Fördermittelgeber Scope-3-Daten ab.
Nach ESRS E1 müssen berichtspflichtige Unternehmen Scope 3 offenlegen, sofern Klima als wesentliches Thema identifiziert wurde – das ist bei den meisten Unternehmen mit relevanten vor- oder nachgelagerten Emissionen der Fall.
cubemos und Tanso sind in unserem Vergleich am stärksten auf den deutschsprachigen Mittelstand ausgerichtet; Plan A ist eine geeignete Einstiegslösung mit Zertifizierung.
Über strukturierte Anfragen, Fragebögen und – idealerweise – ein Softwaremodul mit automatisierten Erinnerungen und Validierung, statt manueller E-Mail-Korrespondenz. Sweep und Tanso bieten hierzu dokumentierte Workflows.
Der Corporate Carbon Footprint (CCF) umfasst die gesamte Unternehmensbilanz über Scope 1, 2 und 3. Scope 3 ist somit ein – meist der größte – Teilbereich des CCF, der die indirekten Emissionen der Wertschöpfungskette abbildet.


.avif)
