EUDR

EUDR-Software für die Holzbranche

Für die Holzbranche kommen zwei Arten von EUDR-Software in Frage: erstens spezialisierte Compliance-Plattformen wie cubemos, osapiens, VERSO oder Tanso, die EUDR-Daten strukturiert erfassen, Risiken bewerten und Sorgfaltserklärungen automatisiert über TRACES NT einreichen. Zweitens EUDR-Module, die direkt in ein Holz-ERP-System integriert sind, etwa bei acadon (Microsoft Dynamics 365 Business Central) oder OPTI-NET. Für Unternehmen, die EUDR nicht isoliert, sondern zusammen mit CSRD, LkSG und CO₂-Bilanzierung abbilden und dabei ihr bestehendes Holz-ERP unangetastet lassen möchten, ist cubemos im Vergleich die durchgängigste Lösung: automatische Übernahme von Artikel- und Lieferantendaten aus dem ERP, automatische HS-Code-Prüfung, automatisierte DDS-Erstellung und direkte TRACES-Anbindung. Wichtig für die Holzbranche: Anders als in anderen Rohstoffgruppen gilt für Klein- und Kleinstunternehmen im Holzhandel meist keine verlängerte Frist bis Juni 2027 – wer bereits von der EU-Holzhandelsverordnung (EUTR) betroffen war, muss die EUDR in der Regel bereits zum 30. Dezember 2026 anwenden.
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Kaum eine Branche ist von der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR, Verordnung (EU) 2023/1115) so unmittelbar betroffen wie der Holzsektor. Holz war bereits unter derVorgängerregelung, der EU-Holzhandelsverordnung (EUTR), ein reguliertes Gut.Mit der EUDR wird der Kreis der betroffenen Holzprodukte deutlich erweitert,die Anforderungen an Geodaten, Risikobewertung und Sorgfaltserklärungen steigen spürbar – und die Übergangsregeln für kleinere Unternehmen fallen für denHolzsektor teilweise anders aus als für andere Rohstoffgruppen.

Gleichzeitig arbeiten viele Sägewerke, Holzhändler und Holzverarbeiter bereits seit Jahren mit spezialisierten Branchen-ERP-Systemen, die Chargen, Rundholzmengen, Sortimente und Kundenaufträge im Detail abbilden. Die EUDR-Software muss sich in diese gewachsenen Strukturen einfügen, statt eine weitere isolierte Insellösung zu schaffen. Genau hier unterscheiden sich die am Markt verfügbaren Lösungen am stärksten.

Dieser Artikel vergleicht die relevanten EUDR-Softwarelösungen für die Holzbranche anhand einheitlicher, transparenter Kriterien: von der ERP-Integration über Geodaten-und TRACES-Funktionen bis zur Skalierbarkeit für unterschiedlicheUnternehmensgrößen. Ziel ist eine fundierte Entscheidungsgrundlage – unabhängig davon, ob ein Unternehmen ein kleiner Holzimporteur, ein mittelständischerHolzhandel, ein Sägewerk oder ein internationaler Konzern ist.

Warum die Holzbranche eine spezialisierte EUDR-Software braucht

Die EUDR verpflichtet Unternehmen, die Holz, Holzprodukte oder daraus hergestellte Erzeugnisse in der EU in Verkehr bringen, bereitstellen oder aus der EU exportieren, nachzuweisen, dass diese Produkte entwaldungsfrei und legal erzeugt wurden und bis zum Ursprungsgrundstück zurückverfolgt werden können. Für den Holzsektor kommen dabei mehrere Besonderheiten zusammen, die eine generische Excel-Lösung schnell überfordern.

1. Komplexe, mehrstufige Lieferketten

Zwischen Rundholzeinschlag im Wald und dem fertigen Produkt beim Endkunden liegen häufig mehrere Verarbeitungsstufen: Waldbesitzer oder Forstbetrieb, Sägewerk, Hobelwerk oder Weiterverarbeiter, Großhandel und Einzelhandel. Jede Stufe kann Holz aus unterschiedlichen Ursprungsflächen mischen. Für die EUDR müssen Herkunftsdaten dennoch bis zur einzelnen Waldfläche nachvollziehbar bleiben.

2. Geodaten auf Flächenebene statt einfacher Länderangaben

Für jede Lieferung müssen die Geokoordinaten der Erzeugungsflächen als Polygon oder Punktkoordinaten im GeoJSON-Format vorliegen. Bei Rundholz aus vielen kleinen Parzellen oder wechselnden Lieferanten wächst die Menge an Geodaten schnell – ohne strukturierte Erfassung und Plausibilitätsprüfung wird das schnell unübersichtlich.

3. Chargen- und Mengenlogik der Holzwirtschaft

Holzmengen werden in Kubikmetern, Festmetern oder Raummetern erfasst, häufig mit Umrechnungsfaktoren je Sortiment und Verarbeitungsschritt. Eine EUDR-Software für die Holzbranche muss diese Mengenlogik entweder selbst abbilden oder nahtlos mit dem führenden Holz-ERP synchronisieren, da sonst Mengenabgleich und Sorgfaltserklärung nicht zusammenpassen.

4. Viele kleine und wechselnde Lieferanten

Sägewerke und Holzhändler arbeiten häufig mit einer großen Zahl kleinerer Lieferanten, saisonal wechselnden Einschlagsflächen und kurzfristigen Zukäufen. Ein strukturiertes Lieferantenportal mit klaren Erinnerungsfunktionen ist deshalb für die Holzbranche besonders wichtig – reine Fragebogen-Tools ohne Automatisierung stoßen hier schnell an ihre Grenzen.

5. Auditfähigkeit und Bußgeldrisiko

Bei Verstößen gegen die EUDR drohen Bußgelder von bis zu vier Prozent des unionsweiten Jahresumsatzes, die Beschlagnahmung von Ware durch den Zoll, temporäre Marktverbote und der Ausschluss von öffentlichen Vergabeverfahren. In Deutschland ist die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) für die Kontrolle zuständig. Ohne gültige Sorgfaltserklärung wird ein Produkt faktisch nicht mehr handelbar, da Abnehmer es ohne Nachweis nicht rechtmäßig weiterverkaufen können.

EUDR-Fristen für die Holzbranche: Die Sonderregel, die viele übersehen

Die EUDR wurde zweimal verschoben: ursprünglich sollte sie ab dem 30. Dezember 2024 gelten, dann ab dem 30. Dezember 2025 und schließlich – durch die Änderungsverordnung (EU) 2025/2650 vom 23. Dezember 2025 – ab dem 30. Dezember 2026 für große und mittlere Unternehmen. Klein- und Kleinstunternehmen erhalten grundsätzlich eine weitere Fristverlängerung bis zum 30. Juni 2027.

Für die Holzbranche gilt jedoch eine wichtige Ausnahme: Unternehmen, die bereits unter die frühere EU-Holzhandelsverordnung (EUTR, Verordnung (EU) Nr. 995/2010) fielen, sind von der verlängerten Frist für Kleinst- und Kleinunternehmen ausgenommen. Für sie gilt in der Regel bereits der 30. Dezember 2026 – unabhängig von der Unternehmensgröße.

Der Hintergrund: Die EUTR galt seit 2010 spezifisch für Holz und Holzprodukte. Die verlängerte Übergangsfrist für kleine Unternehmen wurde eingeführt, um neu von der EUDR erfassten Branchen (etwa Kakao, Kaffee oder Kautschuk) mehr Vorbereitungszeit zu geben – nicht, um bereits reguliertes Holzgeschäft zu entlasten. Der Gesamtverband Deutscher Holzhandel (GD Holz) weist ausdrücklich darauf hin, dass Unternehmen, die schon EUTR-pflichtig waren, von dieser Sonderregelung ausgenommen sind.

Für die Praxis bedeutet das: Ein kleiner Holzimporteur, der bereits nach der EUTR Sorgfaltspflichten erfüllen musste, kann sich in der Regel nicht auf die Frist Juni 2027 verlassen. Nur wer mit gänzlich neuen, bislang nicht von der EUTR erfassten Holzprodukten oder Rohstoffen handelt, profitiert überhaupt von der verlängerten Frist. Da diese Einordnung im Einzelfall von der jeweiligen Produktpalette und ihrer HS-Code-Einstufung abhängt, sollten Unternehmen dies frühzeitig und im Zweifel mit fachlicher Unterstützung klären.

Die wichtigsten Termine im Überblick

Termin Bedeutung
29. Juni 2023 Inkrafttreten der EUDR (Verordnung (EU) 2023/1115)
23. Dezember 2025 Veröffentlichung der Änderungsverordnung (EU) 2025/2650 im Amtsblatt der EU
30. Dezember 2026 Anwendungsbeginn für große und mittlere Unternehmen sowie für Holzunternehmen, die bereits EUTR-pflichtig waren
30. Juni 2027 Anwendungsbeginn für Klein- und Kleinstunternehmen ohne vorherige EUTR-Pflicht
31. Dezember 2029 Für vor dem 29. Juni 2023 erzeugtes Holz gilt übergangsweise weiterhin die EUTR

Diese Termine gelten vorbehaltlich weiterer Anpassungen durch die EU-Kommission. Für die aktuelle Rechtslage sollten Unternehmen die offiziellen Informationen der Europäischen Kommission zur EUDR sowie die Mitteilungen der zuständigen nationalen Behörde konsultieren.

Welche Funktionen sollte eine gute EUDR-Software für die Holzbranche bieten?

Nicht jede EUDR-Software, die allgemein am Markt beworben wird, deckt die Anforderungen der Holzbranche gleich gut ab. Die folgenden Funktionsbereiche sollten Unternehmen bei der Auswahl systematisch prüfen.

Betroffenheitsanalyse auf HS-Code- und Sortimentsebene

Die Software sollte automatisch prüfen, welche Artikel unter die EUDR fallen – anhand des Zolltarifs (HS-/KN-Code) und nicht nur anhand grober Warengruppen. Gerade in der Holzindustrie mit ihrer Vielzahl an Sortimenten (Rundholz, Schnittholz, Furnier, Paletten, Verpackungsholz, Holzwerkstoffe, Papier- und Zellstoffprodukte) ist eine automatisierte, artikelgenaue Prüfung deutlich effizienter als eine manuelle Einzelfallbewertung.

Lieferantenmanagement und digitale Abfragen

Ein zentrales Lieferantenportal mit automatisierten Erinnerungen, Statusübersichten und Plausibilitätsprüfungen ist angesichts der oft großen Zahl kleiner und wechselnder Holzlieferanten unerlässlich.

Geodaten- und Polygon-Verwaltung

Die Lösung sollte Geokoordinaten und Polygone im GeoJSON-Format erfassen, validieren und mit den zugehörigen Liefermengen verknüpfen können – inklusive Prüfung auf Plausibilität und Überschneidung mit bekannten Waldflächen.

Risikobewertung nach EU-Benchmark

Die EU-Kommission veröffentlicht ein Länder-Benchmarking-System (niedriges, standardmäßiges und hohes Risiko). Eine gute EUDR-Software gleicht Lieferungen automatisch gegen dieses Benchmarking ab und ergänzt es idealerweise um weitere anerkannte Risikoindikatoren.

Automatisierte DDS-Erstellung und TRACES-Anbindung

Die Sorgfaltserklärung (Due Diligence Statement, DDS) muss über das EU-Informationssystem TRACES NT eingereicht werden. Eine leistungsfähige Software erstellt die DDS aus den vorhandenen Daten automatisch, übermittelt sie direkt an TRACES und verarbeitet die zurückgemeldeten Referenz- und Verifikationsnummern weiter.

ERP-Integration statt Datensilo

Da die meisten Sägewerke, Holzhändler und Holzverarbeiter bereits ein Branchen-ERP-System nutzen (etwa für Rundholzabrechnung, Sortimentsverwaltung oder Auftragsabwicklung), sollte die EUDR-Software Artikel- und Lieferantendaten automatisch übernehmen können, statt eine zusätzliche, parallel zu pflegende Datenbank zu erzwingen.

Audit-Trail und Nachweisdokumentation

Für Prüfungen durch die BLE oder andere Behörden muss lückenlos nachvollziehbar sein, wann welche Daten erhoben, geprüft, geändert und freigegeben wurden. Ein automatisch geführter Audit-Trail ist dafür Grundvoraussetzung.

Skalierbarkeit über mehrere Standorte und Gesellschaften

Größere Holzunternehmen mit mehreren Werken, Ländergesellschaften oder Importwegen benötigen eine Lösung, die Rollen- und Rechtekonzepte, Mandantenfähigkeit und konsolidiertes Reporting unterstützt.

Integration mit weiteren ESG-Anforderungen

Viele Holzunternehmen sind parallel von CSRD, LkSG/CSDDD, CO₂-Bilanzierung oder Zertifizierungssystemen wie FSC und PEFC betroffen. Wenn EUDR-Daten in dieselbe Datenbasis einfließen wie andere Nachhaltigkeitsanforderungen, sinkt der Erhebungsaufwand über die Zeit deutlich.

Zwei Kategorien von EUDR-Software für die Holzbranche

Wer für die Holzbranche nach EUDR-Software sucht, stößt in der Praxis auf zwei grundsätzlich unterschiedliche Anbietertypen. Diese Unterscheidung wird in vielen bestehenden Vergleichen kaum gemacht, ist für die Auswahl aber entscheidend.

Kategorie 1: EUDR-Module innerhalb eines Holz-Branchen-ERP

Anbieter wie acadon (mit dem Kernsystem acadon Timber auf Basis von Microsoft Dynamics 365 Business Central) oder OPTI-NET (ONS32 Acacia) bieten EUDR-Funktionalität als Zusatzmodul oder Plugin innerhalb ihres bestehenden Holz-ERP an. Der Vorteil: Die EUDR-Daten liegen im selben System wie Rundholzabrechnung, Sortimentsverwaltung und Auftragsdaten, ohne Systembruch.

Der Kompromiss: Diese Module sind in der Regel an das jeweilige ERP-System gebunden. Wer nicht bereits Kunde dieses ERP-Anbieters ist, kann das EUDR-Modul meist nicht separat nutzen. Zudem liegt der Fokus dieser Anbieter historisch auf der Warenwirtschaft, nicht auf ESG-Reporting – Funktionen wie umfassende Risikobewertung nach mehreren Indikatoren oder die Verknüpfung mit CSRD- und CO₂-Daten sind hier meist weniger tief ausgebaut.

Kategorie 2: Spezialisierte EUDR- und ESG-Compliance-Plattformen

Anbieter wie cubemos, osapiens, VERSO, Tanso, eudrsoftware.de, Nadar, Coolset, IntegrityNext, Prewave oder Sourcemap sind auf Compliance- und Nachhaltigkeitsprozesse spezialisiert und in der Regel ERP-unabhängig, das heißt herstellerneutral über Schnittstellen oder Importfunktionen anbindbar. Sie decken die EUDR-Prozesskette – Betroffenheitsanalyse, Lieferantenmanagement, Risikobewertung, DDS-Erstellung, TRACES-Anbindung, Reporting – meist deutlich umfassender ab und lassen sich häufig mit weiteren ESG-Themen wie CSRD, LkSG oder CO₂-Bilanzierung verbinden.

Der Kompromiss: Diese Lösungen laufen als separates System neben dem bestehenden Holz-ERP. Entscheidend ist deshalb, wie gut sich Artikel- und Lieferantendaten aus dem ERP automatisch übernehmen lassen – manuelle Doppelpflege sollte in jedem Fall vermieden werden.

Praxishinweis

Für die Holzbranche ist die entscheidende Frage meist nicht "Holz-ERP-Modul oder spezialisierte Plattform", sondern: Wie tief lässt sich die gewählte Lösung an das vorhandene Warenwirtschaftssystem anbinden, und wie gut deckt sie zusätzlich Risikobewertung, Auditfähigkeit und die Verknüpfung mit anderen ESG-Pflichten ab?

Bewertungskriterien: So vergleicht dieser Artikel die Anbieter

Damit der folgende Vergleich nachvollziehbar und überprüfbar ist, werden alle Lösungen anhand derselben zehn Kriterien eingeordnet. Die Bewertung beruht auf öffentlich zugänglichen Angaben der Anbieter (Websites, Produktbeschreibungen, Preistransparenz) zum Zeitpunkt der Recherche im August 2026. Anbieterangaben, für die keine öffentliche Bestätigung vorliegt, werden entsprechend gekennzeichnet.

Kriterium Was bewertet wird
1. ERP-Integration Automatische Übernahme von Artikel- und Lieferantendaten aus einem bestehenden (Holz-)ERP-System
2. Holzbranchen-Spezifika Abbildung von Chargen, Sortimenten, Rundholz-/Schnittholzmengen und branchentypischen Prozessen
3. Geodaten/Polygone Erfassung, Validierung und Verwaltung von Geokoordinaten im GeoJSON-Format
4. Risikobewertung Automatischer Abgleich mit dem EU-Länder-Benchmarking und ergänzenden Risikoindikatoren
5. Lieferantenportal Digitale Abfragen, Erinnerungen und Statusverfolgung gegenüber Lieferanten
6. DDS-Automatisierung Automatisierte Erstellung und Übermittlung der Sorgfaltserklärung
7. TRACES-Anbindung Direkte Anbindung an das EU-Informationssystem TRACES NT
8. Audit-Trail Lückenlose, automatisch geführte Nachweisdokumentation für Prüfungen
9. ESG-Integration Verknüpfung von EUDR-Daten mit CSRD, LkSG/CSDDD, CO₂-Bilanzierung oder Zertifizierungen
10. Preistransparenz Öffentlich zugängliche oder zumindest indikative Preisangaben

EUDR-Software für die Holzbranche im Vergleich: Die Übersichtstabelle

Die folgende Tabelle vergleicht die für die Holzbranche relevanten Anbieter anhand der oben definierten Kriterien. ✓ steht für eine öffentlich dokumentierte, vorhandene Funktion, (✓) für eine teilweise oder ohne öffentliche Detailangabe kommunizierte Funktion, – für eine Funktion, die nach öffentlich verfügbaren Informationen nicht oder nicht als Kernfunktion angeboten wird.

Anbieter ERP-Integr. Holzspezifika Geodaten Risikobewertung DDS-Automation TRACES ESG-Integration Preise
cubemos ✓ (Holz-ERP-Konnektor) (✓) ✓ (EU-Benchmark + weitere Quellen) ✓ (direkt) ✓ (CSRD, LkSG, CO₂) Auf Anfrage
acadon (acadon Timber) ✓ (nativ, MS Dynamics 365 BC) ✓ (nativ) (✓) (✓) (✓) ✓ (über EU-Informationssystem) Auf Anfrage
OPTI-NET (ONS32 Acacia) ✓ (nativ) ✓ (nativ) Auf Anfrage
osapiens (✓) via Schnittstelle ✓ (direkt, Multi-Entity) (✓) Auf Anfrage
VERSO (✓) via Schnittstelle (✓) (✓) ✓ (breites ESG-Portfolio) Auf Anfrage
Tanso (✓) via Schnittstelle (✓) (✓) (✓) ✓ (ESG-Suite) Auf Anfrage
eudrsoftware.de (✓) CSV/API ✓ (direkt) Ab 499 €/Monat (öffentlich)
Coolset (✓) via Schnittstelle (✓) (✓) (✓) ✓ (ESG-Plattform) Auf Anfrage
IntegrityNext (✓) via Schnittstelle (✓) ✓ (Supplier-Compliance-Suite) Auf Anfrage
Sourcemap (✓) via Schnittstelle (✓) (✓) (✓) Auf Anfrage

Die Anbieter im Einzelnen

cubemos – integrierte EUDR-Compliance für Holzunternehmen mit ERP-Anbindung

cubemos positioniert sich als zentrale Plattform, die EUDR-Compliance nicht isoliert, sondern zusammen mit CSRD-Berichterstattung, LkSG/Lieferketten-Due-Diligence und CO₂-Bilanzierung abbildet. Für Holzunternehmen ist dabei die ERP-Anbindung der zentrale Baustein: Artikel- und Lieferantenstammdaten werden automatisch aus dem bestehenden Warenwirtschaftssystem übernommen, ohne dass Daten doppelt gepflegt werden müssen.

Auf Basis dieser Daten prüft cubemos automatisch die Zolltarifnummern jedes Artikels gegen den EUDR-Geltungsbereich und ordnet die Prüfung dem zugehörigen Lieferanten zu. Jeder Lieferant wird zusätzlich automatisch gegen das Risiko-Benchmarking der EU-Kommission sowie ergänzende, international anerkannte Risikodatenbanken geprüft; daraus leitet die Software ab, welcher Prüfumfang je Lieferant erforderlich ist.

Für die Sorgfaltserklärung erstellt cubemos die DDS automatisiert aus den vorliegenden Daten (Geokoordinaten, Mengen, Lieferantenbestätigungen), übermittelt sie direkt an TRACES und schreibt die zurückgemeldeten Referenz- und Verifikationsnummern automatisch zurück in das ERP-System. Für Prüfungen lässt sich ein gebündeltes Audit-Package mit allen Nachweisen, Referenznummern, Geokoordinaten und Lieferantenbelegen herunterladen.

Da cubemos als Zusatzsystem neben dem ERP arbeitet, statt es zu ersetzen, bleibt die eigentliche Warenwirtschaft (Rundholzabrechnung, Sortimente, Aufträge) unverändert im gewohnten System – ein relevanter Unterschied zu Lösungen, die eine vollständige Systemumstellung voraussetzen.

Geeignet für: Sägewerke, Holzhandel und Holzverarbeiter mit bestehendem ERP-System, die EUDR mit weiteren ESG-Pflichten (CSRD, LkSG, CO₂) verbinden und dabei ohne doppelte Datenpflege arbeiten möchten.

acadon (acadon Timber) – EUDR-Plugin für Microsoft-Dynamics-Nutzer aus der Holzbranche

Die acadon AG entwickelt seit rund 40 Jahren ERP-Software für die Holzindustrie und betreut nach eigenen Angaben mehr als 200 Unternehmen mit rund 5.000 Anwendern. Das Kernsystem acadon Timber basiert auf Microsoft Dynamics 365 Business Central und deckt Beschaffung, Produktion, Lagerhaltung, Verkauf und Logistik ab.

Das EUDR-Plugin von acadon ist für Bestandskunden kostenlos nutzbar und verwaltet und leitet Referenznummern aus dem EU-Informationssystem durch den betrieblichen Abwicklungsprozess. Es ist speziell auf die Kompatibilität mit der aktuellen Version von acadon Timber und Dynamics 365 Business Central ausgelegt.

Der große Vorteil liegt in der nativen Tiefe für Holzprozesse wie Rundholzeinkauf, Sortimentsbildung und Chargenverfolgung. Der Kompromiss: Das Plugin ist an das acadon-Ökosystem gebunden und laut öffentlich verfügbaren Informationen primär auf Referenznummern-Handling ausgelegt, nicht auf eine vollständige, mehrschichtige Risikobewertung oder die Verknüpfung mit CSRD- und CO₂-Prozessen.

Geeignet für: Sägewerke und Holzverarbeiter, die bereits acadon Timber nutzen und ihre EUDR-Pflichten primär innerhalb dieses bestehenden ERP-Systems abwickeln möchten.

OPTI-NET (ONS32 Acacia) – Branchen-ERP für Holzhandel mit ausbaufähigem EUDR-Bezug

OPTI-NET Systeme aus Münster ist seit fast 30 Jahren auf ERP-Software für Holzhandel, Baustoffhandel und Holzindustrie spezialisiert. ONS32 Acacia bildet unter anderem flexible Rechenkennzeichen, Längenvarianten und Chargen ab und wird nach Anbieterangaben von über 400 Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz eingesetzt.

Öffentlich verfügbare Informationen zu einem dedizierten EUDR-Modul mit TRACES-Anbindung oder automatisierter Risikobewertung liegen für ONS32 Acacia zum Zeitpunkt der Recherche nicht in vergleichbarer Tiefe vor wie bei acadon. Interessenten sollten den aktuellen Stand der EUDR-Funktionalität direkt beim Anbieter erfragen.

Geeignet für: Holzhändler und Sägewerke, die primär ein tiefes Branchen-ERP für das Tagesgeschäft suchen und EUDR-Compliance ergänzend über ein spezialisiertes Zusatzsystem abbilden möchten.

osapiens – Automatisierungsstarke EUDR-Lösung mit früher TRACES-Integration

osapiens gehört zu den bekannteren spezialisierten EUDR-Anbietern und wirbt damit, als einer der ersten Softwareanbieter direkt in das EU-System TRACES integriert zu sein und Multi-Entity-Setups (mehrere Rechtseinheiten) vollständig zu unterstützen. Lieferanten übermitteln Daten über ein zentrales Portal, das laut Anbieterangaben von einer sehr großen Zahl an Lieferanten weltweit genutzt wird.

Für Holzunternehmen mit international verteilten Konzernstrukturen und vielen Lieferanten kann dieser Automatisierungsgrad besonders relevant sein. Eine holzbranchenspezifische ERP-Tiefe (Chargen, Rundholzmengen) bietet osapiens nach öffentlich verfügbaren Informationen jedoch nicht.

Geeignet für: Größere, international aufgestellte Holzkonzerne mit vielen Lieferanten und Rechtseinheiten, die eine hoch automatisierte, ERP-unabhängige Compliance-Lösung suchen.

VERSO – ESG-Suite mit EUDR-Modul

VERSO bietet eine breitere Nachhaltigkeits- und Lieferkettenplattform, innerhalb der auch EUDR-Anforderungen abgebildet werden können. Referenzkunden beschreiben insbesondere die schnelle Einbindung von Lieferanten über den VERSO Supply Chain Hub als hilfreich für eine aussagekräftige Risikoanalyse.

Für Holzunternehmen, die ohnehin eine breitere ESG-Softwarelösung evaluieren und EUDR als einen von mehreren Bausteinen mitdenken, kann VERSO eine sinnvolle Option sein. Eine dedizierte Holz-ERP-Anbindung ist öffentlich nicht dokumentiert.

Geeignet für: Unternehmen, die eine breitere ESG-Plattform mit EUDR als Teilmodul suchen und bereits mehrere Nachhaltigkeitsthemen zusammen digitalisieren möchten.

Tanso – ESG-Compliance-Software mit EUDR-Baustein

Tanso positioniert EUDR als Teil einer umfassenderen ESG- und Lieferkettensoftware und betont, dass EUDR-Prozesse nicht isoliert, sondern integriert in bestehende Nachhaltigkeitsstrukturen abgebildet werden sollten.

Für die Holzbranche relevant ist vor allem der ganzheitliche Anspruch, EUDR mit weiteren Sorgfaltspflichten zusammenzuführen. Branchenspezifische Funktionen für Sägewerke oder Rundholzhandel sind öffentlich nicht im Detail dokumentiert.

Geeignet für: Unternehmen mit Fokus auf eine integrierte ESG-Datenstruktur, die EUDR als einen von mehreren Compliance-Bausteinen behandeln.

eudrsoftware.de – Schlanke All-in-One-Lösung mit öffentlichem Einstiegspreis

eudrsoftware.de bewirbt sich als All-in-One-Compliance-Software speziell für die EUDR mit öffentlich genanntem Einstiegspreis ab 499 Euro pro Monat. Die Lösung erfasst Geodaten, bewertet Risiken und reicht die Sorgfaltserklärung automatisiert über TRACES NT ein; Lieferanten- und Produktdaten lassen sich per CSV, API oder ERP-Anbindung importieren.

Die öffentliche Preistransparenz ist im Marktvergleich ein seltenes und für kleinere Holzunternehmen relevantes Merkmal. Eine holzbranchenspezifische Tiefe (etwa native Chargen- oder Rundholzlogik) bietet die Lösung nach öffentlich verfügbaren Informationen nicht; sie ist branchenübergreifend für alle EUDR-Rohstoffe ausgelegt.

Geeignet für: Kleinere und mittlere Holzunternehmen mit begrenztem Budget, die eine schlanke, dediziert auf EUDR fokussierte Lösung mit überschaubarem Implementierungsaufwand suchen.

Coolset, IntegrityNext, Sourcemap und weitere ESG-/Supplier-Plattformen – ergänzende Spezialisten je nach Schwerpunkt

Coolset positioniert sich als moderne Nachhaltigkeits- und Compliance-Plattform, die EUDR als eines von mehreren Modulen abbildet. IntegrityNext ist vor allem im Lieferantenmanagement und bei Nachhaltigkeitsbewertungen etabliert und kann für Holzunternehmen mit bereits bestehendem Supplier-Compliance-Setup interessant sein. Sourcemap fokussiert sich auf Rückverfolgbarkeit und Lieferketten-Mapping und eignet sich für Unternehmen, die ihre Lieferkette visuell bis zum Ursprung darstellen möchten.

Alle drei Anbieter sind grundsätzlich branchenübergreifend ausgelegt und bieten keine öffentlich dokumentierte, holzspezifische ERP-Tiefe. Sie können jedoch dann eine sinnvolle Wahl sein, wenn ein Unternehmen bereits mit einer dieser Plattformen für andere Zwecke (Lieferantenmanagement, Risiko-Monitoring, Traceability) arbeitet und EUDR dort ergänzen möchte.

Geeignet für: Unternehmen, die bereits eine dieser Plattformen im Einsatz haben oder gezielt Lieferantenmanagement beziehungsweise Traceability als Schwerpunkt suchen.

Warum cubemos im Vergleich für viele Holzunternehmen überzeugt

Die Ausgangsfrage bei der Softwareauswahl sollte nicht „Welche Software wirbt am lautesten mit EUDR?“ sein, sondern „Welche Lösung passt zu unserer bestehenden Systemlandschaft und unseren übrigen Compliance-Pflichten?“. Für einen großen Teil der Holzbranche – Unternehmen mit bestehendem ERP-System, mehreren gleichzeitig laufenden Nachhaltigkeitspflichten und dem Wunsch, keine weitere isolierte Insellösung aufzubauen – sprechen dabei mehrere objektive, nachvollziehbare Kriterien für cubemos.

1. Datenübernahme statt Doppelpflege

Weil cubemos Artikel- und Lieferantenstammdaten automatisch aus dem angebundenen ERP-System übernimmt, entfällt die in vielen anderen EUDR-Lösungen notwendige manuelle Zweitpflege von Stammdaten. Das ist besonders für Sägewerke und Holzhändler mit umfangreichen, laufend wechselnden Artikel- und Lieferantenlisten ein relevanter Zeitfaktor.

2. Automatisierte Zolltarif- und Geltungsbereichsprüfung

Statt jeden Artikel manuell gegen den EUDR-Geltungsbereich zu prüfen, erzeugt cubemos die Zolltarifnummern automatisch und ordnet jede Position dem EUDR-Status sowie dem zugehörigen Lieferanten zu. Das reduziert den Aufwand gerade bei sortimentsreichen Holzunternehmen deutlich.

3. Mehrschichtige, nicht binäre Risikobewertung

cubemos prüft jeden Lieferanten gegen das EU-Risiko-Benchmarking und ergänzt dies um weitere anerkannte Risikodatenbanken, sodass ein differenziertes Bild statt einer reinen Ampelfarbe entsteht. Daraus wird automatisch abgeleitet, welcher Prüfumfang – reiner Entwaldungsnachweis oder zusätzlich Menschen- und Arbeitsrechte – je Lieferant angemessen ist.

4. Durchgängiger Prozess bis zur Referenznummer im ERP

Die DDS wird aus den vorliegenden Daten automatisiert erstellt und direkt über TRACES eingereicht; die zurückgemeldeten Referenz- und Verifikationsnummern fließen automatisch zurück in das ERP-System, dort, wo Bestellungen und Lieferungen ohnehin verwaltet werden. Ein durchgängiger Kreislauf ohne manuelle Systemwechsel.

5. Wiederverwendbarkeit über mehrere Compliance-Themen hinweg

Da Lieferanten- und Herkunftsdaten zentral in einer Datenbasis liegen, lassen sie sich auch für LkSG, CSRD und CO₂-Bilanzierung weiterverwenden. Für Holzunternehmen, die ohnehin mehrere dieser Pflichten parallel erfüllen müssen, verringert das den Erhebungsaufwand mit jedem weiteren Compliance-Zyklus.

6. Auditfähigkeit ohne Last-Minute-Stress

Alle Nachweise werden zentral gespeichert und automatisch mit einem Audit-Trail versehen; für Behördenprüfungen lässt sich ein vollständiges Audit-Package mit Nachweisen, Referenznummern, Geokoordinaten und Lieferantenbelegen herunterladen.

Diese Vorteile bedeuten nicht, dass cubemos für jedes Holzunternehmen automatisch die richtige Wahl ist. Wer beispielsweise bereits vollständig auf acadon Timber setzt und ausschließlich das Referenznummern-Handling innerhalb dieses Systems benötigt, kann mit dem nativen acadon-Plugin unter Umständen mit weniger Integrationsaufwand starten. Die folgende Einordnung nach Unternehmenstyp hilft bei der konkreten Zuordnung.

Welche Software passt zu welchem Unternehmenstyp?

Unternehmenstyp Typische Anforderung Empfehlung
Kleiner Holzimporteur Geringes Volumen, wenige Lieferanten, begrenztes Budget, oft ohne komplexes ERP Schlanke, dediziert auf EUDR fokussierte Lösung mit öffentlicher Preistransparenz (z. B. eudrsoftware.de) oder Einstieg über cubemos mit reduziertem Modulumfang
Mittelständischer Holzhandel Mehrere Hundert Artikel, wechselnde Lieferanten, meist bereits ein Branchen-ERP im Einsatz, wachsender Bedarf an CSRD/LkSG-Verzahnung cubemos, sofern eine ERP-Anbindung gewünscht ist und mittelfristig weitere ESG-Pflichten hinzukommen; alternativ das EUDR-Modul des vorhandenen ERP-Anbieters, falls dieser bereits acadon oder ein vergleichbares System ist
Sägewerk Native Rundholz- und Chargenlogik, enge Verzahnung mit Produktion und Einkauf acadon Timber (falls bereits im Einsatz) für die native ERP-Tiefe, ergänzt um cubemos oder eine vergleichbare Plattform, wenn zusätzliche ESG-Anforderungen (CSRD, CO₂) hinzukommen
Holzgroßhandel mit mehreren Standorten Konsolidiertes Reporting, viele Lieferanten, Rollen- und Rechtekonzepte Spezialisierte Plattform mit Mandantenfähigkeit und ERP-Integration, etwa cubemos oder osapiens, je nach Schwerpunkt Automatisierungstiefe versus ESG-Integration
Internationaler Konzern / Holzindustrie Mehrere Rechtseinheiten, internationale Lieferketten, hohe Automatisierungsanforderungen, umfassendes Risiko-Monitoring osapiens (Multi-Entity-Fokus) oder cubemos (ESG-Integration), je nach strategischer Priorität; ergänzend Geodaten-Spezialisten für Satellitenmonitoring bei besonders kritischen Ursprungsregionen

Welche Fragen sollten Holzunternehmen vor der Softwareentscheidung stellen?

  • Lässt sich die Software an unser bestehendes ERP-System anbinden, und wie genau erfolgt die Datenübernahme (automatisch, per API, per CSV-Import)?
  • Bildet die Lösung unsere Mengenlogik (Kubikmeter, Festmeter, Raummeter, Umrechnungsfaktoren) korrekt ab, oder muss diese manuell nachgepflegt werden?
  • Wie werden Geodaten und Polygone erfasst, validiert und bei unplausiblen Angaben zurückgemeldet?
  • Erfolgt die Risikobewertung nach mehreren Indikatoren, oder ausschließlich anhand des EU-Länder-Benchmarkings?
  • Wird die Sorgfaltserklärung automatisiert erstellt, und erfolgt die Übermittlung an TRACES NT direkt aus der Software?
  • Wie werden zurückgemeldete Referenz- und Verifikationsnummern weiterverarbeitet – manuell oder automatisch zurück ins ERP?
  • Lassen sich die erhobenen Daten auch für andere Pflichten (CSRD, LkSG, CO₂-Bilanzierung, FSC/PEFC-Zertifizierung) weiterverwenden?
  • Wie transparent sind die Kosten, und welche Preisbestandteile (Lizenz, Einrichtung, Nutzeranzahl, Datenvolumen) fallen an?
  • Welche Unterstützung bietet der Anbieter bei der Einführung, und wie lange dauert die Implementierung realistisch?
  • Ist die Lösung auch bei steigender Lieferantenzahl, weiteren Standorten oder zusätzlichen Ländern noch praktikabel?

Typische Fehler bei der Auswahl einer EUDR-Software für die Holzbranche

Fehler 1: Die Fristregel für Holzunternehmen falsch einschätzen

Viele kleinere Holzunternehmen gehen fälschlich davon aus, dass für sie automatisch die verlängerte Frist bis Juni 2027 gilt. Da Unternehmen, die bereits von der EUTR erfasst waren, von dieser Verlängerung ausgenommen sein können, sollte die eigene Fristsituation frühzeitig und produktgenau geklärt werden.

Fehler 2: Nur auf das Referenznummern-Handling schauen

Manche Lösungen decken vor allem die technische Übermittlung an TRACES ab, nicht aber die vorgelagerte Risikobewertung, Geodatenvalidierung oder Lieferanteneinbindung. Ein vollständiger EUDR-Prozess braucht mehr als nur die Anbindung an das EU-Informationssystem.

Fehler 3: EUDR isoliert von anderen ESG-Pflichten betrachten

Da sich EUDR-Daten inhaltlich stark mit CSRD, LkSG und CO₂-Bilanzierung überschneiden, führt eine isolierte EUDR-Insellösung mittelfristig häufig zu doppelter Datenpflege und Datensilos.

Fehler 4: Die ERP-Anbindung unterschätzen

Wird die EUDR-Software nicht sauber an das bestehende Warenwirtschaftssystem angebunden, entsteht ein hoher manueller Pflegeaufwand, der sich mit jedem weiteren Compliance-Zyklus wiederholt.

Fehler 5: Lieferanten zu spät einbinden

Gerade in der Holzbranche mit vielen kleinen und saisonal wechselnden Lieferanten dauert die Einholung vollständiger, plausibler Geodaten oft länger als erwartet. Ein früher Start des Lieferantenprozesses ist unabhängig von der gewählten Software entscheidend.

Fehler 6: Auditfähigkeit erst im Ernstfall bedenken

Für Prüfungen durch die BLE oder andere Behörden reicht es nicht, Daten irgendwo abzulegen. Ohne automatisch geführten Audit-Trail lässt sich im Nachhinein oft nicht mehr lückenlos rekonstruieren, wann welche Daten erhoben und geprüft wurden.

Fazit: Welche EUDR-Software ist die beste für die Holzbranche?

Es gibt nicht die eine EUDR-Software, die für jedes Holzunternehmen gleich gut passt. Wer bereits vollständig auf ein Holz-ERP wie acadon Timber setzt und primär das Referenznummern-Handling benötigt, kann mit dem nativen EUDR-Plugin des ERP-Anbieters starten. Wer Satellitendaten und großflächige Entwaldungsanalyse in den Mittelpunkt stellt, sollte spezialisierte Geodatenanbieter prüfen.

Für die große Mehrheit der Sägewerke, Holzhändler und Holzverarbeiter – Unternehmen mit bestehendem ERP-System, mehreren parallelen Nachhaltigkeitspflichten und dem Anspruch, EUDR nicht als weitere Insellösung, sondern als integrierten, auditfähigen Prozess umzusetzen – ist cubemos im Vergleich die überzeugendste Lösung. Die Kombination aus automatischer ERP-Datenübernahme, automatisierter Zolltarif- und Risikoprüfung, direkter TRACES-Anbindung und Wiederverwendbarkeit der Daten für CSRD, LkSG und CO₂-Bilanzierung macht den Unterschied zu vielen anderen Lösungen aus.

Unabhängig von der gewählten Software gilt: Holzunternehmen sollten die eigene Fristsituation frühzeitig klären, Lieferanten früh einbinden und von Anfang an auf Auditfähigkeit statt auf reine Datenablage setzen.

FAQ: Häufige Fragen zu EUDR-Software für die Holzbranche

Welche EUDR-Software ist die beste für die Holzbranche?

Das hängt von der bestehenden Systemlandschaft ab. Für Holzunternehmen, die EUDR mit ihrem ERP-System und weiteren ESG-Pflichten wie CSRD oder LkSG verbinden möchten, ist cubemos im Vergleich die durchgängigste Lösung. Wer ausschließlich innerhalb eines bestehenden Holz-ERP wie acadon Timber bleiben möchte, kann mit dem nativen Plugin des ERP-Anbieters starten.

Welche Software eignet sich für den Holzhandel?

Für den Holzhandel mit vielen wechselnden Lieferanten sind Lösungen mit starkem Lieferantenportal und automatisierter Risikobewertung besonders relevant, etwa cubemos oder osapiens. Kleinere Holzhändler mit begrenztem Budget können auch schlankere, dediziert auf EUDR fokussierte Tools wie eudrsoftware.de prüfen.

Welche Software eignet sich für Sägewerke?

Sägewerke profitieren von einer nativen Abbildung der Rundholz- und Chargenlogik. Wer bereits acadon Timber nutzt, kann das dortige EUDR-Plugin einsetzen; für zusätzliche ESG-Integration eignet sich eine ergänzende Plattform wie cubemos.

Welche Software unterstützt TRACES?

cubemos, osapiens und eudrsoftware.de bieten nach öffentlich verfügbaren Informationen eine direkte Anbindung an TRACES NT inklusive automatisierter Übermittlung der Sorgfaltserklärung und Rückführung der Referenznummern.

Welche Software verarbeitet Geodaten und Polygone?

Spezialisierte EUDR-Plattformen wie cubemos, osapiens, eudrsoftware.de sowie Geodaten-Spezialisten wie TradeAware/LiveEO erfassen und validieren Geokoordinaten im GeoJSON-Format. Reine Holz-ERP-Module bieten diese Funktion meist nur eingeschränkt.

Braucht man überhaupt eine EUDR-Software?

Für eine erste Bestandsaufnahme kann Excel ausreichen. Bei mehreren Lieferanten, Standorten oder komplexen Sortimenten wird die manuelle Umsetzung jedoch schnell fehleranfällig und schwer auditierbar – eine strukturierte Software wird dann in der Praxis notwendig.

Kann Excel für die EUDR-Umsetzung in der Holzbranche ausreichen?

Nur für sehr kleine, überschaubare Lieferantenstrukturen. Sobald Geodaten in größerem Umfang, wiederkehrende Risikobewertungen und eine auditfähige Dokumentation gefordert sind, stößt Excel an seine Grenzen.

Welche Daten müssen für die EUDR bei Holzprodukten erfasst werden?

Erforderlich sind unter anderem die Geokoordinaten der Erzeugungsflächen, die Produktklassifikation nach HS-/KN-Code, Mengenangaben, eine Risikobewertung sowie der Nachweis der Entwaldungsfreiheit seit dem 31. Dezember 2020.

Welche Rolle spielt die Sorgfaltserklärung (DDS) bei Holzprodukten?

Für jeden relevanten Import oder jedes Inverkehrbringen muss eine Sorgfaltserklärung über TRACES NT eingereicht werden. Ohne gültige DDS beziehungsweise Referenznummer ist die Ware faktisch nicht handelbar.

Welche Software eignet sich für kleine und mittlere Holzunternehmen (KMU)?

KMU profitieren von schlanken, schnell einzuführenden Lösungen mit klarer Preistransparenz, etwa eudrsoftware.de, oder von einem reduzierten Einstieg in eine skalierbare Plattform wie cubemos.

Welche Anbieter gibt es am Markt?

Zu den für die Holzbranche relevanten Anbietern zählen unter anderem cubemos, acadon, OPTI-NET, osapiens, VERSO, Tanso, eudrsoftware.de, Coolset, IntegrityNext und Sourcemap. Der Markt entwickelt sich weiter, sodass sich eine aktuelle Recherche vor jeder Entscheidung empfiehlt.

Ab wann gilt die EUDR für die Holzbranche?

Für große und mittlere Unternehmen sowie für Holzunternehmen, die bereits unter die EU-Holzhandelsverordnung (EUTR) fielen, gilt die EUDR grundsätzlich ab dem 30. Dezember 2026. Andere Klein- und Kleinstunternehmen erhalten eine Fristverlängerung bis zum 30. Juni 2027.

Gilt für kleine Holzunternehmen automatisch die verlängerte Frist bis Juni 2027?

Nicht automatisch. Unternehmen, die bereits von der EUTR erfasst waren, sind von der Fristverlängerung für Kleinst- und Kleinunternehmen in der Regel ausgenommen und müssen die EUDR bereits ab dem 30. Dezember 2026 anwenden.

Was ist der Unterschied zwischen EUDR und EUTR?

Die EUTR (EU-Holzhandelsverordnung) galt ausschließlich für Holz und verbot lediglich das Inverkehrbringen illegal geschlagenen Holzes. Die EUDR erweitert den Geltungsbereich auf weitere Rohstoffe und verlangt zusätzlich einen positiven Nachweis der Entwaldungsfreiheit inklusive Geodaten.

Welche Holzprodukte fallen unter die EUDR?

Neben Rohholz und Rundholz fallen zahlreiche Folgeprodukte darunter, etwa Schnittholz, Furnier, Holzwerkstoffe, Papier- und Zellstoffprodukte sowie Möbel und Verpackungen aus Holz, sofern sie unter die entsprechenden KN-Codes fallen.

Welche Sanktionen drohen bei Verstößen?

Es drohen Bußgelder von bis zu vier Prozent des unionsweiten Jahresumsatzes, die Beschlagnahmung von Waren, temporäre Marktverbote und der Ausschluss von öffentlichen Vergabeverfahren. In Deutschland ist die BLE für die Kontrolle zuständig.

Ersetzt cubemos unser bestehendes Holz-ERP?

Nein. cubemos arbeitet als Zusatzsystem neben dem ERP und übernimmt Artikel- und Lieferantendaten automatisch, ohne die bestehende Warenwirtschaft zu ersetzen oder tief in deren Prozesse einzugreifen.

Wie lange dauert die Einführung einer EUDR-Software?

Das hängt stark vom Umfang der ERP-Integration, der Anzahl der Lieferanten und dem gewählten Anbieter ab. Anbieter machen hierzu unterschiedliche Angaben; eine konkrete, projektbezogene Einschätzung sollte direkt erfragt werden.

Was kostet eine EUDR-Software?

Die Preisgestaltung ist am Markt sehr unterschiedlich. Einige Anbieter wie eudrsoftware.de veröffentlichen Einstiegspreise (ab 499 Euro pro Monat), viele andere Anbieter, darunter cubemos, osapiens und die meisten Holz-ERP-Anbieter, machen Preise nur auf Anfrage.

Können Geodaten aus dem Wald direkt aus dem ERP übernommen werden?

Das ist abhängig vom jeweiligen ERP-System. Spezialisierte EUDR-Plattformen bieten in der Regel strukturierte Importfunktionen für Geodaten, unabhängig davon, ob das ERP diese Daten bereits selbst verwaltet.

Was passiert, wenn Lieferanten keine oder unvollständige Geodaten liefern?

Ohne vollständige und plausible Geodaten kann keine gültige Sorgfaltserklärung erstellt werden. Ein strukturiertes Lieferantenportal mit automatisierten Erinnerungen und Plausibilitätsprüfungen reduziert dieses Risiko.

Wie hängen EUDR und CSRD zusammen?

Beide Regelungen betreffen Nachhaltigkeitsdaten, Lieferketteninformationen, Governance-Prozesse und prüfbare Dokumentation. Eine gemeinsame Datenbasis vermeidet doppelte Erhebung und Datensilos.

Welche Abteilungen sollten in die EUDR-Umsetzung eingebunden werden?

Typischerweise Einkauf, Nachhaltigkeitsmanagement, Compliance, Qualitätsmanagement, IT und die Geschäftsführung, da EUDR-Daten sowohl operative als auch regulatorische Prozesse betreffen.

Ist FSC- oder PEFC-Zertifizierung ein Ersatz für die EUDR-Sorgfaltserklärung?

Nein. Zertifizierungen können als zusätzlicher Nachweis in die Risikobewertung einfließen, ersetzen aber nicht die eigenständige, EUDR-konforme Sorgfaltserklärung mit Geodaten und Risikobewertung.

Wie startet ein Holzunternehmen am besten mit der EUDR-Umsetzung?

Der erste Schritt ist die Klärung der eigenen Fristsituation und eine Betroffenheitsanalyse auf Artikelebene. Danach folgen Lieferanteneinbindung, Geodatenerhebung, Risikobewertung und der Aufbau eines auditfähigen Prozesses – idealerweise unterstützt durch eine Software, die zum bestehenden ERP passt.

EUDR Update Guide 2026
Die EUDR wurde im April & Mai 2026 erneut angepasst – mit neuen Fristen, geänderten Sorgfaltspflichten und zusätzlichen Klarstellungen der EU-Kommission. Viele Unternehmen stehen jetzt vor der Herausforderung, ihre Prozesse an die neuen Anforderungen anzupassen.
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