EUDR

EUDR Software für Kaffee: Anbieter, Anforderungen und digitale Umsetzung 2026

Kaffee zählt zu den sieben Rohstoffen der EU-Entwaldungsverordnung – ab Dezember 2026 wird die EUDR für große und mittlere Unternehmen verbindlich. Für Kaffeeimporteure und -röstereien heißt das: Geodaten für jede Produktionsfläche, eine lückenlose Lieferantendokumentation und eine Sorgfaltserklärung im EU-System TRACES. Wir zeigen, welche Anforderungen konkret gelten, welche Daten benötigt werden – und wie fünf EUDR-Software-Anbieter im Vergleich abschneiden.
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Kaffee gehört zu den sieben Rohstoffen, die die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR, Verordnung (EU) 2023/1115) erfasst. Für Importeure, Röstereien und Händler bedeutet das: Sie müssen Herkunft, Produktionsflächen und Lieferketten ihres Kaffees lückenlos dokumentieren, Entwaldungsrisiken bewerten und eine Sorgfaltserklärung über das EU-Informationssystem TRACES einreichen. Ab dem 30. Dezember 2026 gilt das für große und mittlere Unternehmen, ab dem 30. Juni 2027 für Kleinst- und Kleinunternehmen.

Gerade bei Kaffee macht die Lieferkettenstruktur die Umsetzung aufwendig: Ein Importeur bezieht Rohkaffee häufig über mehrere Kooperativen, Zwischenhändler und Hunderte bis Tausende Produktionsflächen. Jede davon braucht Geolokalisierungsdaten, jede Lieferung eine nachvollziehbare Zuordnung zur Anbaufläche.

Eine EUDR Software kann diese Daten zentral zusammenführen und die zentralen Compliance-Schritte – von der Lieferanteneinbindung bis zur Einreichung im EU-Informationssystem – digital abbilden. Dieser Beitrag erklärt, was für Kaffee konkret gilt, welche Daten benötigt werden und wie sich fünf EUDR-Software-Anbieter für Kaffee-Lieferketten im Vergleich schlagen.

Was bedeutet die EUDR für Kaffee?

Ist Kaffee von der EUDR betroffen?

Ja. Kaffee zählt zu den sieben in Anhang I der EUDR gelisteten Rohstoffen, neben Rindern, Kakao, Ölpalme, Kautschuk, Soja und Holz. Betroffen sind sowohl Rohkaffee als auch daraus hergestellte Erzeugnisse wie gerösteter und entkoffeinierter Kaffee sowie Extrakte und Zubereitungen auf Kaffeebasis.

Die EUDR verpflichtet Unternehmen, die relevante Rohstoffe oder daraus hergestellte Erzeugnisse in der EU in Verkehr bringen, innerhalb der EU bereitstellen oder aus der EU exportieren, zum Nachweis, dass diese entwaldungsfrei und legal produziert wurden. Für Kaffee heißt das konkret: Die Anbaufläche darf nach dem 31. Dezember 2020 nicht entwaldet oder waldgeschädigt worden sein, und die Produktion muss den Gesetzen des Erzeugerlandes entsprechen.

Betroffen sein können je nach Rolle in der Lieferkette:

  • Importeure, die Rohkaffee oder Kaffeeprodukte erstmals in der EU in Verkehr bringen
  • Röstereien und Hersteller, die Kaffee weiterverarbeiten
  • Großhändler und Händler, die bereits in Verkehr gebrachte Ware weiterverkaufen
  • Exporteure, die Kaffeeprodukte aus der EU ausführen

Wer Kaffee erstmals in der EU in Verkehr bringt, gilt als Marktteilnehmer und trägt die volle Sorgfaltspflicht samt Geodaten und Sorgfaltserklärung. Wer bereits in Verkehr gebrachte Ware weiterverkauft, gilt als Händler und arbeitet in der Regel mit den Referenz- und Prüfnummern der vorgelagerten Sorgfaltserklärung, ohne eine eigene DDS einreichen zu müssen.

Für Kleinsterzeuger und kleine primäre Marktteilnehmer, die relevante Erzeugnisse selbst anbauen und in einem Land mit geringem Risiko ansässig sind, gilt seit der Überarbeitung der Verordnung Ende 2025 eine vereinfachte Erklärung anstelle der vollständigen Sorgfaltserklärung (Art. 4a EUDR). Für Unternehmen, die Kaffee lediglich handeln oder verarbeiten, ohne ihn selbst zu erzeugen, gilt diese Erleichterung nicht.

Ab wann gilt die EUDR für Kaffee?

Die EUDR ist seit Juni 2023 in Kraft, ihre Anwendung wurde zweimal verschoben. Nach der im Dezember 2025 veröffentlichten Verordnung (EU) 2025/2650 gilt: ab dem 30. Dezember 2026 für große und mittlere Unternehmen, ab dem 30. Juni 2027 für Kleinst- und Kleinunternehmen. Die EU-Kommission hat im Mai 2026 bestätigt, dass keine weitere Verschiebung geplant ist. Für Kaffeeunternehmen mit Vorlaufzeiten von zwei bis vier Monaten in der Beschaffung bedeutet das: Wer heute bestellt, erhält die Ware häufig erst, wenn die Verordnung bereits gilt.

Welche Kaffeeprodukte fallen unter die EUDR?

Nicht der Verarbeitungsgrad entscheidet, ob ein Kaffeeprodukt unter die EUDR fällt, sondern seine Zolltarifnummer (KN-/HS-Code) im Anhang I der Verordnung. Kaffee ist über die KN-Position 0901 gelistet, die Rohkaffee, gerösteten und entkoffeinierten Kaffee gleichermaßen umfasst. Extrakte, Essenzen und Zubereitungen auf Kaffeebasis – etwa löslicher Kaffee oder Kaffeekapseln mit geröstetem Kaffee – fallen unter die Positionen 2101.11 und 2101.12.

Produkt / Beispiel EUDR-Relevanz Was Unternehmen prüfen sollten
Rohkaffee betroffen (KN 0901) Geodaten der Anbaufläche, Ursprungsland
Gerösteter Kaffee betroffen (KN 0901) Geodaten wandern mit dem Produkt, Röstung ändert nichts am Anwendungsbereich
Entkoffeinierter Kaffee betroffen (KN 0901) Gleiche Anforderungen wie bei Rohkaffee
Löslicher Kaffee, Extrakte, Zubereitungen betroffen (KN 2101.11 / 2101.12) Enthaltener Kaffee entscheidet, nicht die Verpackung
Kaffeekapseln, Pads betroffen, sofern gerösteter Kaffee enthalten (KN 0901) Einordnung anhand des enthaltenen Kaffees prüfen

Welche Daten benötigen Unternehmen für EUDR-konformen Kaffee?

Welche Daten benötigen Kaffeeimporteure für die EUDR?

Kaffeeimporteure benötigen für jede Lieferung: Produkt- und Mengenangaben, den korrekten HS-/CN-Code, das Ursprungsland, Lieferanteninformationen, die Geolokalisierung jeder zugehörigen Produktionsfläche, Nachweise zur Entwaldungsfreiheit und Legalität, eine dokumentierte Risikobewertung sowie – sofern vorhanden – Referenznummern bestehender Sorgfaltserklärungen aus der vorgelagerten Lieferkette.

  • Produktinformationen (Warenbeschreibung, HS-/CN-Code, Menge)
  • Herkunftsland und Lieferanteninformationen
  • Geolokalisierungsdaten der Produktionsflächen
  • Nachweise zur Entwaldungsfreiheit (Stichtag 31. Dezember 2020) und zur Legalität nach nationalem Recht
  • Risikoinformationen und gegebenenfalls Risikominderungsmaßnahmen
  • Referenznummern bestehender Sorgfaltserklärungen, sofern vorgelagerte Marktteilnehmer bereits eine DDS eingereicht haben

Bei Kaffee wird die Verwaltung dieser Daten schnell aufwendig, weil hinter einer einzigen Lieferung häufig mehrere Kooperativen, Zwischenhändler und eine hohe Zahl an Produktionsflächen stehen – bei Röstereien mit globalen Beschaffungsstrukturen nicht selten mehrere Tausend.

Warum sind Geolokalisierungsdaten bei Kaffee besonders relevant?

Welche Geodaten werden für Kaffee benötigt?

Für jede Produktionsfläche wird eine Geolokalisierung im WGS-84-Format (EPSG:4326) benötigt: ein Einzelpunkt (Koordinate) für Flächen bis 4 Hektar, ein geschlossenes Polygon mit mindestens vier Eckpunkten für größere Flächen. Die Daten werden im GeoJSON-Format erfasst und über das EU-Informationssystem TRACES eingereicht.

Ein Kaffeeimporteur bezieht Rohkaffee typischerweise über mehrere Lieferanten oder Kooperativen. Hinter einer einzigen Lieferung können dutzende bis Hunderte Produktionsflächen stehen, jede mit eigenen Koordinaten oder Polygonen. Das bringt mehrere praktische Herausforderungen mit sich:

  • Punktkoordinaten vs. Polygone: Die Schwelle von 4 Hektar entscheidet, welches Format nötig ist – bei Kleinbauern-Kooperativen oft ein Mix aus beidem
  • GeoJSON als technisches Zielformat für die Übermittlung an TRACES
  • Zuordnung von Flächen zu einzelnen Lieferungen und Chargen
  • Validierung der Geodaten auf Plausibilität, etwa die Lage im angegebenen Ursprungsland
  • Speicherung und Wiederverwendung bereits erfasster Standorte, um wiederkehrende Lieferungen nicht erneut zu digitalisieren
  • Umgang mit einer wachsenden Zahl an Flächen, ohne den Überblick zu verlieren

Für Kleinbauern-Lieferketten, die einen Großteil des weltweiten Kaffees produzieren, kommt hinzu: Viele Erzeuger verfügen nicht über die technischen Mittel, um selbst präzise Geodaten zu erheben. Das macht ein strukturiertes Lieferanten-Onboarding zu einem der kritischsten Erfolgsfaktoren bei der Kaffee-EUDR-Umsetzung.

Wie läuft die EUDR-Umsetzung bei Kaffee praktisch ab?

Der Ablauf folgt in der Praxis einem wiederkehrenden Muster:

  1. Produkte und EUDR-Relevanz bestimmen (Zolltarifnummer gegen Anhang I prüfen)
  2. Lieferanten und Lieferketten identifizieren
  3. Produkt-, Herkunfts- und Geodaten erfassen
  4. Lieferanten einbinden und fehlende Daten anfordern
  5. Daten und Nachweise prüfen
  6. Risikobewertung durchführen
  7. Bei Bedarf Risikominderungsmaßnahmen umsetzen und dokumentieren
  8. Sorgfaltserklärung vorbereiten
  9. Sorgfaltserklärung über das EUDR-Informationssystem (TRACES) einreichen
  10. Referenznummer verwalten und Dokumentation zentral archivieren (mindestens 5 Jahre)

Wie genau die einzelnen Schritte ausgestaltet werden, hängt von der Rolle des Unternehmens ab: Marktteilnehmer, etwa Importeure, tragen die volle Sorgfaltspflicht inklusive Geodaten, während Händler in der Regel mit den Referenznummern der vorgelagerten Erklärung arbeiten.

Warum Excel bei komplexen EUDR-Prozessen an Grenzen kommen kann

Für Unternehmen mit wenigen Lieferanten und Produktionsflächen kann eine tabellenbasierte Erfassung zunächst ausreichen. Mit wachsender Lieferkettenkomplexität stößt dieser Ansatz jedoch an praktische Grenzen:

  • Viele Lieferanten und Kooperativen mit unterschiedlichen Datenformaten
  • Hunderte bis Tausende Produktionsflächen und Chargen
  • GeoJSON-Dateien und Polygone, die sich in Tabellenform kaum sauber pflegen lassen
  • Fehlende oder veraltete Lieferantendaten, die manuell nachverfolgt werden müssen
  • Versionierung von Nachweisen und Risikobewertungen
  • DDS-Referenznummern, die über mehrere Stellen hinweg konsistent gehalten werden müssen
  • Anforderungen an eine auditfähige, lückenlose Dokumentation

Das ist kein grundsätzliches Argument gegen Tabellen, sondern eine Frage der Skalierung: Bei wenigen, seltenen Vorgängen bleibt die manuelle Pflege überschaubar. Sobald jedoch mehrere Produktlinien, Lieferanten und wiederkehrende Sendungen zusammenkommen, wird eine softwaregestützte, strukturierte Verwaltung zur Voraussetzung für eine belastbare und auditfähige Nachweisführung – und damit zur Grundlage für die Auswahl einer EUDR Software.

Was sollte eine EUDR Software für Kaffee können?

Nicht jede Software muss jede Funktion bieten – welche Funktionen im Einzelfall relevant sind, hängt von der Rolle im Prozess und der Lieferkettenstruktur ab. Für Kaffeeunternehmen mit vielen Lieferanten und Produktionsflächen sind insbesondere folgende Funktionen wichtig:

  • Lieferanten zentral verwalten
  • Lieferanten digital einbinden (Portale, mehrsprachige Kommunikation)
  • EUDR-relevante Produktdaten verwalten (HS-/CN-Codes, Mengen)
  • Geolokalisierungsdaten erfassen (Punkt und Polygon)
  • GeoJSON-/Polygon-Daten strukturiert verwalten
  • Produktionsflächen und Lieferungen miteinander verknüpfen
  • Fehlende Daten automatisch identifizieren
  • Risiken bewerten (Satellitendaten, Länderrisiko, Lieferantenrisiko)
  • Nachweise dokumentieren und archivieren
  • Sorgfaltserklärungen vorbereiten bzw. automatisiert erstellen
  • TRACES-/EUDR-Informationssystem-Prozesse per API unterstützen
  • ERP- und weitere API-Integrationen ermöglichen
  • Audit- und Compliance-Dokumentation bereitstellen

Welche EUDR Software eignet sich für Kaffeeunternehmen?

Der folgende Vergleich stellt fünf Anbieter gegenüber, die nachweislich EUDR-Funktionen anbieten und für Unternehmen mit Kaffee-Lieferketten relevant sein können: cubemos, osapiens, IntegrityNext, Sourcemap und Agriplace. Stand der Recherche: September 2026.

Funktion cubemos osapiens IntegrityNext Sourcemap Agriplace
EUDR-Prozess vorhanden vorhanden vorhanden vorhanden vorhanden
Lieferanteneinbindung vorhanden vorhanden (Portal, > 100.000 Lieferanten) vorhanden (> 2 Mio. Lieferantenprofile) vorhanden (Outreach in 8 Sprachen) vorhanden, Fokus Kleinbauern
Geolokalisierungsdaten vorhanden (interaktive Karte) vorhanden vorhanden vorhanden (Flächen-Mapping) vorhanden
GeoJSON / Polygone keine öffentliche Angabe gefunden keine öffentliche Angabe gefunden keine öffentliche Angabe gefunden keine öffentliche Angabe gefunden keine öffentliche Angabe gefunden
Zuordnung Fläche ↔ Lieferung laut Anbieter verfügbar keine öffentliche Angabe gefunden keine öffentliche Angabe gefunden vorhanden (Flächen an Lieferungen verknüpft) keine öffentliche Angabe gefunden
Risikobewertung vorhanden (EU-Risikobenchmark u.a.) vorhanden (Satellitenbild-Zeitreihenanalyse) vorhanden (KI-gestützt, Satellitenbilder) vorhanden (inkl. Watchlist-Monitoring) vorhanden (geodatenbasiert)
Entwaldungsprüfung vorhanden (Satellitenbild-Check) vorhanden vorhanden vorhanden laut Anbieter verfügbar
DDS / Sorgfaltserklärung vorhanden, automatisiert vorhanden, automatisiert vorhanden, automatisiert vorhanden, automatisiert vorhanden
TRACES / EUDR-Informationssystem vorhanden (Schnittstelle) vorhanden (laut Anbieter erster TRACES-Integrationspartner) vorhanden (API) vorhanden keine öffentliche Angabe gefunden
ERP- / API-Integration vorhanden vorhanden vorhanden (u.a. SAP-Connector) vorhanden keine öffentliche Angabe gefunden
Weitere Compliance-Themen CSRD, VSME, CO₂, PPWR, LkSG/CSDDD laut Anbieter u.a. CSRD, CBAM laut Anbieter u.a. CSRD, CBAM, LkSG laut Anbieter u.a. CSRD, CSDDD keine öffentliche Angabe gefunden

Welche EUDR Software ist die beste für Kaffee?

Die passende EUDR Software hängt von der Lieferkettenstruktur, der Anzahl der Lieferanten und Produktionsflächen, bestehenden IT-Systemen und dem gewünschten Automatisierungsgrad ab. Für Kaffeeunternehmen mit vielen Lieferanten und Produktionsflächen sind insbesondere Funktionen für Lieferanteneinbindung, Geolokalisierungsdaten, Rückverfolgbarkeit, Risikobewertung, DDS-Erstellung und TRACES-Anbindung relevant.

Anbieter mit starkem Fokus auf Satellitendaten und großflächige Entwaldungsanalyse, etwa osapiens, IntegrityNext oder Sourcemap, eignen sich gut, wenn die Risikobewertung großer Flächenmengen im Vordergrund steht. Anbieter mit einem stark auf Kleinbauern ausgerichteten Ansatz wie Agriplace können sinnvoll sein, wenn ein Großteil der Geodaten direkt von Kleinerzeugern kommen muss.

Für Kaffeeunternehmen, die EUDR nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit weiteren Nachhaltigkeitspflichten wie CSRD, VSME oder CO₂-Bilanzierung abbilden möchten, ist cubemos besonders geeignet: Artikel- und Lieferantendaten werden direkt aus dem ERP-System übernommen, Zolltarifnummern automatisch gegen den EUDR-Geltungsbereich geprüft, Lieferanten gegen den Risikobenchmark der EU-Kommission abgeglichen und Sorgfaltserklärungen auf dieser Datenbasis automatisiert vorbereitet und über eine Schnittstelle an das EU-Informationssystem übermittelt. Da cubemos auf einer zentralen ESG-Plattform basiert, lässt sich die EUDR-Umsetzung bei Bedarf um weitere Module erweitern, ohne ein zusätzliches Datensilo aufzubauen.

Worauf sollten Kaffeeunternehmen bei der Auswahl einer EUDR Software achten?

Vor der Auswahl lohnt sich eine strukturierte Kaufberatung. Fragen, die Kaffeeunternehmen einem Softwareanbieter stellen sollten:

  • Können wir Hunderte oder Tausende Produktionsflächen verwalten?
  • Wie erhalten wir Geodaten von unseren Lieferanten und Kooperativen?
  • Können Lieferanten ihre Daten selbst bereitstellen, auch bei geringer technischer Ausstattung?
  • Unterstützt die Software GeoJSON und Polygone gemäß den technischen Vorgaben des EU-Informationssystems?
  • Wie werden Produktionsflächen mit Lieferungen und Chargen verknüpft?
  • Wie werden fehlende Informationen erkannt und nachverfolgt?
  • Wie funktioniert die Risikobewertung, und auf welchen Datenquellen basiert sie?
  • Wie wird Entwaldungsfreiheit ab dem Stichtag 31. Dezember 2020 geprüft?
  • Unterstützt die Software die DDS-Erstellung und -Einreichung?
  • Gibt es eine Anbindung an das EUDR-Informationssystem TRACES?
  • Können bestehende DDS-Referenznummern aus der vorgelagerten Lieferkette verarbeitet werden?
  • Können Produktdaten aus dem ERP übernommen werden, und gibt es eine API?
  • Wie wird die Dokumentation für Prüfungen und Audits bereitgestellt?
  • Können neben EUDR weitere Compliance-Anforderungen abgebildet werden?

EUDR für Kaffee mit cubemos umsetzen

Der Workflow in cubemos folgt dem tatsächlichen EUDR-Prozess: Artikel- und Lieferantendaten werden aus dem ERP-System übernommen, cubemos gleicht sie automatisch mit Zolltarifnummern ab und identifiziert EUDR-relevante Kaffeeprodukte samt zuständigen Lieferanten. Über die Geo-Daten-Funktion lassen sich neue Produktionsflächen auf einer interaktiven Karte eintragen und auf Entwaldungsfreiheit prüfen. Lieferanten können ihre Nachweise direkt in cubemos einspielen, automatisierte Fragebögen vereinfachen die Kommunikation. Jeder Lieferant wird gegen den Risikobenchmark der EU-Kommission und weitere Risikodatenbanken geprüft. Auf dieser Datenbasis erstellt cubemos die Sorgfaltserklärung und übermittelt sie über eine Schnittstelle an das EU-Informationssystem; die zurückgemeldete Referenznummer wird automatisch im System hinterlegt und ist für Einkauf, Verkauf und Exportprozesse durchgängig auffindbar.

Prozess: ERP / bestehende Produktdaten → cubemos → Lieferanten einbinden → Produkt-, Herkunfts- und Geodaten erfassen → Produktionsflächen zuordnen → Daten prüfen → Risiken bewerten → Sorgfaltserklärung → TRACES / EUDR-Informationssystem → Zentrale Dokumentation

Dadurch entfällt die manuelle Übertragung von Artikel- und Lieferantendaten zwischen ERP, Excel-Listen und dem EU-Informationssystem, und Referenznummern lassen sich zentral statt in separaten Tabellen nachverfolgen.

Praxisbeispiel: EUDR-Prozess eines Kaffeeimporteurs

Ein deutscher Kaffeeimporteur bezieht Rohkaffee aus Brasilien über mehrere Kooperativen. Hinter den Lieferungen stehen zahlreiche Produktionsflächen unterschiedlicher Größe.

  • Zunächst identifiziert das Unternehmen anhand der KN-Position 0901, welche Artikel EUDR-relevant sind.
  • Aus dem ERP-System werden Artikel-, Mengen- und Lieferantendaten übernommen.
  • Die Kooperativen werden gebeten, Geolokalisierungsdaten für jede Produktionsfläche bereitzustellen – Punktkoordinaten für kleinere, Polygone für größere Flächen.
  • Fehlende oder unvollständige Geodaten werden automatisch erkannt und bei den Lieferanten nachgefordert.
  • Auf Basis von Länder- und Lieferantenrisiko sowie Satellitendaten wird eine Risikobewertung durchgeführt.
  • Ergibt sich ein mehr als vernachlässigbares Risiko, werden Risikominderungsmaßnahmen dokumentiert.
  • Alle Nachweise – Geodaten, Risikobewertung, Lieferantendokumente – werden zentral archiviert.
  • Die Sorgfaltserklärung wird auf dieser Datenbasis vorbereitet.
  • Die DDS wird über das EU-Informationssystem TRACES eingereicht; das Unternehmen erhält Referenz- und Prüfnummer.
  • Die Referenznummer wird an den Zoll und an nachgelagerte Abnehmer, etwa eine Rösterei, weitergegeben.

Mit einer Software wie cubemos laufen die Schritte 2 bis 9 weitgehend innerhalb eines Systems statt über Excel-Listen, E-Mail-Verkehr und die manuelle Weboberfläche des EU-Informationssystems.

FAQ – EUDR Software für Kaffee

Ist Kaffee von der EUDR betroffen?

Ja. Kaffee zählt zu den sieben in Anhang I der EUDR gelisteten Rohstoffen. Betroffen sind sowohl Rohkaffee als auch daraus hergestellte Erzeugnisse wie gerösteter und entkoffeinierter Kaffee sowie Extrakte und Zubereitungen auf Kaffeebasis. Wer solche Produkte in der EU in Verkehr bringt, bereitstellt oder aus ihr ausführt, muss deren Entwaldungsfreiheit und Legalität nachweisen.

Welche Kaffeeprodukte fallen unter die EUDR?

Maßgeblich ist die Zolltarifnummer: Rohkaffee, gerösteter und entkoffeinierter Kaffee fallen unter KN-Position 0901, Extrakte, Essenzen und Zubereitungen auf Kaffeebasis – etwa löslicher Kaffee oder Kaffeekapseln – unter die Positionen 2101.11 und 2101.12. Der Verarbeitungsgrad ändert nichts am Anwendungsbereich.

Müssen Kaffeeröstereien die EUDR beachten?

Ja, sofern sie EUDR-relevante Kaffeeprodukte verarbeiten, in Verkehr bringen oder exportieren. Verarbeitet eine Rösterei importierten Kaffee, für den bereits eine Sorgfaltserklärung vorliegt, arbeitet sie in der Regel mit den übergebenen Referenznummern weiter, statt eine eigene Erklärung einzureichen.

Was müssen Kaffeeimporteure für die EUDR tun?

Kaffeeimporteure gelten als Marktteilnehmer und tragen die volle Sorgfaltspflicht: Sie müssen Produkt-, Herkunfts- und Geodaten sammeln, eine Risikobewertung durchführen, bei Bedarf Risikominderungsmaßnahmen dokumentieren und eine Sorgfaltserklärung über das EU-Informationssystem TRACES einreichen.

Welche Daten benötigen Kaffeeimporteure?

Benötigt werden unter anderem Warenbeschreibung und HS-/CN-Code, Menge, Ursprungsland, Lieferanteninformationen, Geolokalisierung der Produktionsflächen, Nachweise zur Entwaldungsfreiheit und Legalität sowie eine dokumentierte Risikobewertung.

Welche Geodaten werden für Kaffee benötigt?

Für jede Produktionsfläche wird eine Geolokalisierung im WGS-84-Format benötigt: ein Punkt für Flächen bis 4 Hektar, ein Polygon mit mindestens vier Eckpunkten für größere Flächen. Die Daten werden im GeoJSON-Format über das EU-Informationssystem eingereicht.

Was bedeutet GeoJSON bei der EUDR?

GeoJSON ist das Dateiformat, in dem das EU-Informationssystem Geolokalisierungsdaten – Punkte oder Polygone von Produktionsflächen – entgegennimmt. Unternehmen können Koordinaten manuell eintragen, über eine Karte einzeichnen oder eine vorbereitete GeoJSON-Datei hochladen.

Was müssen Kaffeeunternehmen von ihren Lieferanten einholen?

Lieferanten müssen die Geolokalisierung ihrer Produktionsflächen, Nachweise zur Entwaldungsfreiheit ab dem Stichtag 31. Dezember 2020 sowie Belege für die Einhaltung nationaler Gesetze im Erzeugerland bereitstellen. Bei bestehenden Sorgfaltserklärungen zählen auch die zugehörigen Referenznummern dazu.

Wie funktioniert die Sorgfaltserklärung für Kaffee?

Die Sorgfaltserklärung (Due Diligence Statement, DDS) wird elektronisch über das EU-Informationssystem TRACES eingereicht. Sie enthält unter anderem Unternehmensdaten, Warenbeschreibung, Ursprungsland, Geolokalisierung und Risikobewertung. Nach der Einreichung erhält das Unternehmen eine Referenz- und eine Prüfnummer.

Was ist TRACES bei der EUDR?

TRACES (bzw. TRACES NT) ist das zentrale digitale Informationssystem der EU, über das Sorgfaltserklärungen eingereicht, verwaltet und für Behörden nachvollziehbar gemacht werden. Für die Nutzung ist ein EU-Login-Konto und eine Registrierung als Marktteilnehmer oder Händler erforderlich.

Welche EUDR Software eignet sich für Kaffee?

Das hängt von der Lieferkettenstruktur, der Anzahl der Produktionsflächen, bestehenden IT-Systemen und dem gewünschten Automatisierungsgrad ab. Relevant sind vor allem Funktionen für Lieferanteneinbindung, Geolokalisierung, Risikobewertung, DDS-Erstellung und TRACES-Anbindung – siehe der Softwarevergleich weiter oben.

Welche EUDR Software eignet sich für Kaffeeimporteure?

Für Importeure mit vielen Lieferanten und Produktionsflächen sind Lösungen mit starkem Fokus auf Geodaten-Erfassung, automatisierter Risikobewertung und direkter TRACES-Anbindung besonders relevant, ergänzt um eine ERP-Integration, damit Artikel- und Lieferantendaten nicht doppelt gepflegt werden müssen.

Gibt es spezielle EUDR Software für Kaffeeröstereien?

Keiner der verglichenen Anbieter ist ausschließlich auf Röstereien spezialisiert. Mehrere Anbieter, darunter Sourcemap und osapiens, weisen jedoch nachweisliche Erfahrung mit Kaffee-Lieferketten auf, etwa über Partnerschaften mit Kaffeehändlern und -konzernen.

Welche Funktionen sollte eine EUDR Software für Kaffee bieten?

Wichtig sind unter anderem Lieferantenmanagement, digitale Lieferanteneinbindung, Geolokalisierungserfassung, Verknüpfung von Flächen und Lieferungen, automatisierte Risikobewertung, DDS-Erstellung, TRACES-Anbindung und eine ERP-Integration.

Welche EUDR Software unterstützt GeoJSON?

Für keinen der verglichenen Anbieter ließ sich die Unterstützung des GeoJSON-Formats anhand öffentlich verfügbarer Quellen abschließend verifizieren. Da das EU-Informationssystem GeoJSON als Zielformat vorgibt, sollte diese Frage direkt beim jeweiligen Anbieter geklärt werden.

Welche EUDR Software unterstützt TRACES?

cubemos, osapiens, IntegrityNext und Sourcemap geben jeweils eine Anbindung an das EU-Informationssystem TRACES an, etwa über eine API zur automatisierten DDS-Einreichung. Für Agriplace ließ sich eine TRACES-Anbindung anhand öffentlich verfügbarer Quellen nicht eindeutig verifizieren.

Wie unterscheiden sich EUDR Software Anbieter?

Anbieter unterscheiden sich vor allem im Fokus: manche setzen auf großflächige Satellitendatenanalyse für komplexe Konzernlieferketten, andere auf einen kleinbauernfreundlichen Ansatz für die Datenerhebung direkt bei Erzeugern, wieder andere integrieren EUDR in eine breitere ESG-Plattform mit weiteren Compliance-Modulen.

Kann EUDR Software Sorgfaltserklärungen automatisieren?

Ja. Mehrere Anbieter, darunter cubemos, osapiens, IntegrityNext und Sourcemap, bieten laut eigenen Angaben eine automatisierte Erstellung und Einreichung der Sorgfaltserklärung über eine API-Anbindung an das EU-Informationssystem.

Wie unterstützt cubemos Kaffeeunternehmen bei der EUDR?

cubemos übernimmt Artikel- und Lieferantendaten aus dem ERP-System, prüft Zolltarifnummern automatisch gegen den EUDR-Geltungsbereich, erfasst Geodaten über eine interaktive Karte, gleicht Lieferanten gegen den EU-Risikobenchmark ab und bereitet die Sorgfaltserklärung zur Übermittlung an das EU-Informationssystem vor.

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