PPWR

PPWR Software für den Mittelstand: Darauf sollten Unternehmen achten

Eine PPWR-Software ist besonders für mittelständische Unternehmen sinnvoll, die mehrere Verpackungsvarianten, Lieferanten oder Gesellschaften verwalten und technische Dokumentationen, Konformitätserklärungen und Verpackungsdaten nicht dauerhaft manuell über Excel-Listen und E-Mail-Verkehr pflegen möchten. Wer dagegen nur wenige, stabile Verpackungen mit einer Handvoll Lieferanten hat, kommt häufig noch länger mit einer gut gepflegten Tabelle aus.
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Warum die PPWR gerade den Mittelstand vor Herausforderungen stellt

Die PPWR selbst unterscheidet nicht nach Unternehmensgröße – die meisten Pflichten treffen kleine, mittlere und große Unternehmen gleichermaßen. Ausgenommen oder entlastet sind im Kern nur Kleinstunternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitenden und weniger als 2 Millionen Euro Jahresumsatz, und auch das nur für bestimmte Einzelpflichten, nicht als vollständige Freistellung. Für den typischen Mittelstand mit 20 bis 500 Mitarbeitenden bedeutet das: volle Betroffenheit, aber ohne die Ressourcen, die ein Konzern für die Umsetzung mobilisieren kann.

In der Praxis zeigen sich dabei wiederkehrende Muster:

  • Es gibt selten ein eigenes Packaging- oder Compliance-Team. Die Verantwortung verteilt sich auf Einkauf, Produktmanagement, Qualitätsmanagement, Nachhaltigkeit und IT – oft ohne klare Zuständigkeit für die PPWR im Ganzen.
  • Mittelständische Unternehmen führen häufig viele unterschiedliche Verpackungsvarianten und SKUs, die historisch gewachsen und nicht zentral dokumentiert sind.
  • Verpackungsdaten liegen dezentral in Excel-Listen, E-Mail-Postfächern oder in den Köpfen einzelner Mitarbeitender – häufig unvollständig, veraltet oder in unterschiedlichen Formaten.
  • Ein erheblicher Teil der relevanten Daten – Materialzusammensetzung, Rezyklatanteil, PFAS-Gehalt – liegt nicht im eigenen Haus, sondern muss aktiv bei Lieferanten eingeholt werden.
  • Verpackungsdaten aus ERP-Systemen müssen mit Compliance-Anforderungen verknüpft werden, ohne dass dafür in der Regel eine native Schnittstelle existiert.
  • Die eigene PPWR-Rolle ist nicht pauschal für das Unternehmen, sondern für jede einzelne Verpackung gesondert zu bestimmen: Wer als Erzeuger (Art. 15), Importeur (Art. 18) oder Vertreiber (Art. 19) gilt, hängt vom Einzelfall ab – ein Unternehmen kann für eine Eigenmarke Erzeuger und für eine gehandelte Fremdmarke gleichzeitig Vertreiber sein.
  • Änderungen an Verpackungen – neues Material, neuer Lieferant, neue Marktregion – müssen nachvollziehbar dokumentiert werden, oft über mehrere Standorte oder Gesellschaften hinweg.
  • Parallel laufen weitere regulatorische Anforderungen wie die EUDR, die teilweise dieselben Lieferanten- und Materialdaten benötigen.

Diese Kombination – volle Pflichten, aber begrenzte personelle Kapazität – ist der eigentliche Grund, warum sich für den Mittelstand die Softwarefrage überhaupt stellt. Es geht selten darum, ob ein Unternehmen die PPWR inhaltlich versteht, sondern darum, ob der bestehende Prozess das wachsende Dokumentationsvolumen dauerhaft trägt.

Brauchen mittelständische Unternehmen überhaupt eine PPWR-Software?

Nicht jedes mittelständische Unternehmen braucht sofort eine spezialisierte PPWR-Software. Ob sich die Investition lohnt, hängt weniger von der Unternehmensgröße als von der Komplexität des Verpackungsportfolios ab: Anzahl der Verpackungsvarianten, Anzahl der Lieferanten, Anzahl der Standorte oder Gesellschaften und wie oft sich Verpackungen ändern. Eine grobe Orientierung gibt die folgende Übersicht.

Situation Excel ausreichend? PPWR-Software sinnvoll?
Wenige, stabile Verpackungen (z. B. < 10 Varianten, wenige Lieferanten) Meist ausreichend, wenn strukturiert und regelmäßig gepflegt Nur bei absehbarem Wachstum sinnvoll
Viele Verpackungsvarianten oder häufige Änderungen Wird schnell unübersichtlich und fehleranfällig Ja – zentrale Datenhaltung reduziert Aufwand deutlich
Viele Lieferanten, die Materialdaten liefern müssen Abfrage und Nachverfolgung per E-Mail wird zum Flaschenhals Ja – strukturierte Lieferantenabfragen sparen Zeit
Mehrere Standorte oder Gesellschaften Konsolidierung über mehrere Tabellen ist fehleranfällig Ja – einheitliche Datenbasis über Einheiten hinweg
Viele technische Dokumentationen und Konformitätserklärungen Versionierung und Nachweisführung werden manuell kaum handhabbar Ja – automatisierte Dokumentengenerierung und Audit Trail

Die ehrliche Antwort lautet also: Excel ist kein grundsätzliches Problem, solange die Zahl der Variablen klein bleibt. Sobald Verpackungsvarianten, Lieferanten oder Gesellschaften sich vervielfachen, wächst der Pflegeaufwand nicht linear, sondern deutlich schneller – und genau an diesem Punkt beginnt sich eine Software auszuzahlen.

Was sollte eine PPWR-Software für den Mittelstand können?

Nicht jede am Markt verfügbare PPWR-Software deckt alle Anforderungen gleich gut ab. Manche Lösungen sind bei der Recyclingfähigkeitsbewertung stark, aber schwach beim Lieferantenmanagement; andere sind auf die Konformitätserklärung fokussiert, bilden aber kein EPR-Reporting ab. Für mittelständische Unternehmen sind die folgenden Funktionsbereiche besonders relevant.

Zentrale Verwaltung von Verpackungsdaten

  • Was es bedeutet: Alle Verpackungen, Materialien, Gewichte und Komponenten werden an einem Ort erfasst statt über verteilte Tabellen und Dokumente.
  • Warum es für den Mittelstand zählt: Ohne zentrale Datenhaltung lässt sich weder eine vollständige Rollenanalyse noch eine belastbare Konformitätserklärung erstellen – Datenlücken fallen oft erst beim nächsten Audit auf.
  • Worauf bei der Auswahl achten: Lässt sich der bestehende Verpackungsbestand per Excel- oder CSV-Import übernehmen, statt jede Verpackung manuell neu anzulegen?

Automatisierte PPWR-Bewertung und Rollenidentifikation

  • Was es bedeutet: Die Software prüft jede Verpackung gegen die PPWR-Anforderungen und schlägt die zutreffende Rolle (Erzeuger, Importeur, Vertreiber) vor.
  • Warum es für den Mittelstand zählt: Rollen werden pro Verpackung, nicht pro Unternehmen bestimmt. Ohne strukturierte Unterstützung ist eine falsche Einordnung – mit Haftungsrisiko – wahrscheinlicher, gerade bei gemischten Portfolios aus Eigenmarken und Handelsware.
  • Worauf bei der Auswahl achten: Wird die Bewertung nachvollziehbar begründet, oder liefert das System nur ein Ergebnis ohne Erklärung, die im Zweifelsfall gegenüber einer Behörde nicht ausreicht?

Lieferantendaten strukturiert erfassen

  • Was es bedeutet: Standardisierte Abfragen ersetzen die manuelle E-Mail-Kommunikation mit Lieferanten zu Material, Rezyklatanteil, Gewicht und Schadstoffen.
  • Warum es für den Mittelstand zählt: Ein Großteil der PPWR-relevanten Daten stammt nicht aus dem eigenen Haus. Ohne Portal bleibt die Nachverfolgung, wer wann geantwortet hat, in der Praxis eine Excel-Liste neben der eigentlichen Excel-Liste.
  • Worauf bei der Auswahl achten: Können Lieferanten ohne eigenen Lizenzaufwand und in ihrer eigenen Sprache antworten?

Technische Dokumentation erstellen und verwalten

  • Was es bedeutet: Die nach Artikel 15 Absatz 2 und Anhang VIII geforderte technische Dokumentation wird strukturiert aus den erfassten Daten abgeleitet, statt als Einzeldokument in Word gepflegt zu werden.
  • Warum es für den Mittelstand zählt: Für die technische Dokumentation existiert – anders als für die Konformitätserklärung – kein verbindliches EU-Formular. Ohne feste Struktur entsteht für jede Verpackung ein individuelles Dokument, das schwer zu pflegen und zu prüfen ist.
  • Worauf bei der Auswahl achten: Zeigt das System frühzeitig an, welche Pflichtangaben fehlen, statt die Lücke erst bei der Erstellung der Konformitätserklärung sichtbar zu machen?

Konformitätserklärungen erstellen

  • Was es bedeutet: Die EU-Konformitätserklärung (DoC) nach Artikel 39 und Anhang VIII wird auf Basis der hinterlegten Daten automatisch generiert.
  • Warum es für den Mittelstand zählt: Ab dem 12. August 2026 darf keine Verpackung mehr ohne gültige DoC in der EU in Verkehr gebracht werden. Bei mehreren hundert Verpackungsvarianten ist die manuelle Erstellung kaum mehr fehlerfrei zu leisten.
  • Worauf bei der Auswahl achten: Ist die Erklärung direkt mit der zugehörigen technischen Dokumentation verknüpft, damit beide Dokumente bei Änderungen konsistent bleiben?

Nachweise und Audit Trail

  • Was es bedeutet: Jede Änderung an Verpackungsdaten, jedes eingeholte Zertifikat und jede Freigabe wird nachvollziehbar protokolliert.
  • Warum es für den Mittelstand zählt: Marktüberwachungsbehörden können Konformitätserklärungen risikobasiert prüfen. Ohne Audit Trail lässt sich im Zweifel nicht belegen, auf welcher Datenbasis eine Erklärung erstellt wurde.
  • Worauf bei der Auswahl achten: Sind frühere Versionen einer Dokumentation weiterhin einsehbar, auch nach einer Aktualisierung?

ERP- und Systemintegration

  • Was es bedeutet: Bestehende Stammdaten aus ERP-, PIM- oder Warenwirtschaftssystemen lassen sich einbinden, statt Daten doppelt zu pflegen.
  • Warum es für den Mittelstand zählt: Verpackungsattribute liegen selten an einem Ort – das ERP kennt SKU und Gewicht, das Produktteam die Materialzusammensetzung. Ohne Integration bleibt die Zusammenführung Handarbeit.
  • Worauf bei der Auswahl achten: Reicht ein einfacher Excel-Upload, oder ist für Ihre Systemlandschaft eine API- beziehungsweise ERP-Anbindung notwendig?

Rollen und Verantwortlichkeiten intern abbilden

  • Was es bedeutet: Aufgaben lassen sich gezielt an Einkauf, Qualitätsmanagement oder Nachhaltigkeit zuweisen, mit klaren Fristen statt endloser Mail-Schleifen.
  • Warum es für den Mittelstand zählt: Da es meist kein eigenes Compliance-Team gibt, verteilt sich die PPWR-Arbeit auf mehrere Abteilungen. Ohne Aufgabenmanagement bleibt unklar, wer wofür verantwortlich ist und bis wann.
  • Worauf bei der Auswahl achten: Lassen sich Zuständigkeiten pro Verpackung oder pro Standort abbilden, statt nur global für das gesamte Unternehmen?

Automatisierungen

  • Was es bedeutet: Wiederkehrende Schritte – etwa Erinnerungen an Lieferanten oder die Aktualisierung von Dokumenten bei Materialänderungen – laufen automatisch.
  • Warum es für den Mittelstand zählt: Bei begrenzten Personalressourcen ist Automatisierung der Hebel, der den Aufwand pro Verpackung senkt, statt ihn mit dem Portfolio linear wachsen zu lassen.
  • Worauf bei der Auswahl achten: Werden Automatisierungen vorkonfiguriert mitgeliefert, oder müssen sie aufwendig individuell eingerichtet werden?

Reporting und Monitoring

  • Was es bedeutet: Ein Überblick zeigt jederzeit, welche Verpackungen konform sind, wo Daten fehlen und wo Handlungsbedarf besteht.
  • Warum es für den Mittelstand zählt: Ohne zentrales Monitoring bleibt der Compliance-Status oft bis kurz vor einer Prüfung unklar – Lücken werden dann sichtbar, wenn wenig Zeit zum Nachbessern bleibt.
  • Worauf bei der Auswahl achten: Ist erkennbar, welche konkreten Verpackungen oder Lieferanten offen sind, statt nur ein aggregierter Prozentwert?

Skalierbarkeit

  • Was es bedeutet: Das System wächst mit, wenn neue Verpackungen, Märkte, Gesellschaften oder weitere Regularien hinzukommen.
  • Warum es für den Mittelstand zählt: Viele mittelständische Unternehmen expandieren oder erweitern ihr Sortiment – eine Lösung, die nur für den heutigen Stand ausgelegt ist, wird schnell zum nächsten Engpass.
  • Worauf bei der Auswahl achten: Lassen sich weitere Gesellschaften, Standorte oder regulatorische Module ergänzen, ohne das System neu aufzusetzen?

PPWR mit Excel oder Software umsetzen?

Excel ist kein grundsätzlich falsches Werkzeug für die PPWR – für ein kleines, stabiles Verpackungsportfolio kann eine gut strukturierte Tabelle durchaus ausreichen, insbesondere in der Übergangsphase. Die Grenzen zeigen sich jedoch systematisch an denselben Stellen:

  • Versionierung: Wer hat welche Verpackungsdaten wann geändert? In Excel lässt sich das kaum lückenlos nachvollziehen, ist im Prüfungsfall aber relevant.
  • Verknüpfung: Technische Dokumentation, Konformitätserklärung und Lieferantennachweis gehören inhaltlich zusammen, liegen in Excel-basierten Prozessen aber oft in getrennten Dateien.
  • Mehrfachnutzung: Verpackungsdaten werden häufig auch für EUDR, CSRD oder den Digital Product Passport benötigt – in Excel entsteht dafür in der Regel eine weitere, separat gepflegte Kopie.
  • Fehleranfälligkeit: Mit steigender Zeilenzahl wächst das Risiko widersprüchlicher oder veralteter Einträge, insbesondere wenn mehrere Personen parallel arbeiten.

Der pragmatische Ansatz: Beginnen Sie unabhängig vom Tool mit einer strukturierten, vollständigen Bestandsaufnahme Ihrer Verpackungen. Diese Datenbasis lässt sich später in eine Software überführen – der Aufwand für die Ersterfassung entfällt dabei nicht, verschiebt sich aber nicht ins Unendliche.

Welche Daten benötigt eine PPWR-Software?

Nicht alle Datenfelder, die eine Software abfragt, sind auch regulatorisch zwingend vorgeschrieben. Es lohnt sich, zwischen gesetzlich erforderlichen Angaben und Daten zu unterscheiden, die vor allem der Prozessqualität oder der jeweiligen Softwarelogik dienen.

Regulatorisch erforderliche Daten

  • Materialzusammensetzung und Gewicht je Verpackungskomponente (Anhang VII)
  • Rezyklatanteil, sofern die Verpackung unter die entsprechenden Materialkategorien fällt
  • Werte zu besorgniserregenden Stoffen, insbesondere Blei, Cadmium, Quecksilber, sechswertiges Chrom (Grenzwert: 100 mg/kg) sowie PFAS bei Lebensmittelkontakt
  • Angaben zur Wiederverwendbarkeit und Recyclingfähigkeit
  • Rolle des Wirtschaftsakteurs je Verpackung (Erzeuger, Importeur, Vertreiber)
  • Pflichtangaben der Konformitätserklärung nach Anhang VIII

Software- und prozessabhängige Daten

  • Lieferantenkontakte und Antwortstatus zu offenen Datenanfragen
  • Interne Zuständigkeiten und Fristen je Verpackung oder Standort
  • Versionshistorie und Änderungsdatum je Dokument
  • Verknüpfung zu ERP-Artikelnummern oder SKUs zur eindeutigen Zuordnung

Diese zweite Kategorie ist regulatorisch nicht zwingend, entscheidet aber in der Praxis, ob eine Software den Pflegeaufwand tatsächlich senkt oder nur eine zusätzliche Dateneingabe erzeugt.

PPWR-Software auswählen: Die wichtigsten Kriterien

Der Markt für PPWR-Software ist 2026 dynamisch gewachsen – allein im DACH-Raum sind mittlerweile über 30 Anbieter mit unterschiedlichem Fokus aktiv, von reinen Konformitätserklärungs-Tools bis zu breiten ESG-Plattformen. Für eine fundierte Entscheidung sind folgende Kriterien besonders relevant:

  • PPWR-Abdeckung: Deckt die Lösung Konformitätserklärung, technische Dokumentation, Recyclingfähigkeitsbewertung und Lieferantenmanagement gemeinsam ab, oder wird für Teilbereiche ein zweites Tool nötig?
  • Einfache Bedienbarkeit: Können Fachabteilungen ohne tiefes PPWR-Vorwissen selbstständig arbeiten?
  • Implementierungsaufwand: Wie lange dauert die Ersteinrichtung realistisch, und wie viel interner Aufwand ist dafür nötig?
  • Datenimport: Lässt sich der bestehende Verpackungsbestand aus Excel oder dem ERP übernehmen?
  • ERP-Schnittstellen: Existiert eine belastbare API-Anbindung, oder bleibt es bei manuellem Excel-Austausch?
  • Lieferantenintegration: Wie einfach ist ein Lieferantenportal für die Gegenseite tatsächlich zu bedienen?
  • Dokumentengenerierung: Werden Konformitätserklärung und technische Dokumentation automatisch und konsistent erzeugt?
  • Audit Trail: Sind Änderungen und frühere Versionen nachvollziehbar dokumentiert?
  • Regulatorische Updates: Wie zuverlässig werden neue delegierte Rechtsakte und Klarstellungen der EU-Kommission eingepflegt?
  • Skalierbarkeit: Wächst das System mit weiteren Gesellschaften, Märkten oder Verpackungen mit?
  • Support: Gibt es einen strukturierten Implementierungsprozess und feste Ansprechpersonen, gerade in der Einführungsphase?
  • Datenschutz und Hosting: Wo werden die Daten gehostet, und entspricht das den eigenen Anforderungen?
  • Weitere Regulatorik: Lässt sich die Lösung mit EUDR, CSRD oder VSME verbinden, oder entsteht eine weitere isolierte Insellösung?
  • Kosten: Steht der Lizenzpreis in einem sinnvollen Verhältnis zum tatsächlich eingesparten manuellen Aufwand?

Was kostet eine PPWR-Software für den Mittelstand?

Belastbare, einheitliche Marktpreise für PPWR-Software gibt es aktuell nicht – die Kosten hängen stark von der Größe des Verpackungsportfolios, der Anzahl der Märkte und Gesellschaften sowie dem gebuchten Funktionsumfang ab. Einige spezialisierte Einzeltools veröffentlichen Einstiegspreise im niedrigen dreistelligen Bereich pro Monat für sehr kleine Verpackungsportfolios; breitere ESG-Plattformen mit mehreren Modulen bewegen sich üblicherweise in anderen Preisregionen, meist auf Anfrage.

Für die Einschätzung des Preis-Leistungs-Verhältnisses sind folgende Faktoren relevanter als der reine Listenpreis:

  • Anzahl der Verpackungsvarianten und wie oft sich diese ändern
  • Anzahl der Lieferanten, die über die Software angefragt werden müssen
  • Anzahl der Standorte oder Gesellschaften, die abgebildet werden sollen
  • Ob nur die PPWR oder zusätzlich weitere Regularien wie EUDR, CSRD oder CO₂-Bilanzierung über dieselbe Plattform abgedeckt werden sollen
  • Ob und in welchem Umfang fachliche Begleitung bei der Ersteinrichtung benötigt wird

Da die meisten Anbieter – auch cubemos – keine pauschalen Listenpreise veröffentlichen, empfiehlt sich ein individuelles Angebot auf Basis des eigenen Verpackungsportfolios, statt sich an isolierten Einstiegspreisen einzelner Nischentools zu orientieren, die selten den vollen PPWR-Prozess abdecken.

PPWR und EUDR gemeinsam denken

Für Unternehmen, die neben der PPWR auch von der EUDR (Verordnung (EU) 2023/1115, geändert durch Verordnung (EU) 2025/2650) betroffen sind – etwa in der Lebensmittel-, Möbel- oder Papierbranche –, lohnt sich ein Blick über den PPWR-Tellerrand hinaus. Beide Verordnungen verlangen im Kern ähnliche Bausteine: strukturierte Lieferantendaten, Materialherkunft und eine lückenlose, nachvollziehbare Dokumentation.

Der praktische Punkt für den Mittelstand: Wer PPWR-Lieferantendaten in einem separaten Tool erfasst und EUDR-Daten in einem zweiten, riskiert doppelte Abfragen an dieselben Lieferanten und zwei Datenstände, die im Zweifel nicht mehr zusammenpassen. Eine gemeinsame Datenbasis für Verpackungs- und Lieferantendaten vermeidet dieses Risiko und reduziert den Abfrageaufwand gegenüber Lieferanten, die ohnehin schon regelmäßig für mehrere Regularien angeschrieben werden.

Einen vertiefenden Blick auf konkrete Überschneidungen und einen gemeinsamen Fragenkatalog für beide Verordnungen bietet der Leitfaden „EUDR und PPWR gemeinsam umsetzen“.

Die beste PPWR-Software für den Mittelstand

cubemos ist eine modulare ESG-Plattform aus München, die sich gezielt an europäische Mittelstandsunternehmen richtet, die regulatorische Anforderungen strukturiert und ohne zusätzliche komplexe IT-Landschaft umsetzen möchten. Statt Verpackungsdaten in einem isolierten Einzeltool zu verwalten, laufen sie im PPWR-Modul von cubemos zentral zusammen und lassen sich für weitere ESG-Anforderungen wiederverwenden.

Konkret unterstützt das PPWR-Modul von cubemos unter anderem bei:

  • Zentraler Verwaltung relevanter Verpackungsdaten statt verteilter Excel-Dateien, E-Mails und einzelner Word-Dokumente
  • Strukturierter PPWR-Bewertung und Unterstützung bei der Rollenidentifikation je Verpackung
  • Strukturierter Erfassung von Lieferantendaten statt manueller Mail-Kommunikation
  • Erstellung und Verwaltung der technischen Dokumentation nach Anhang VII
  • Erstellung der Konformitätserklärung nach Artikel 39 und Anhang VIII, verknüpft mit der technischen Dokumentation
  • Nachweisverwaltung und einem automatisch erstellten Audit Trail für alle Datenpunkte, Belege und Prozessschritte
  • Datenimporten und Schnittstellen zur Anbindung bestehender Systeme, statt Daten doppelt zu erfassen
  • Wiederverwendung einmal erfasster Verpackungsdaten für weitere Anforderungen wie EUDR, CSRD oder VSME, statt sie für jede Regulierung erneut zu erheben

Warum das gerade für den Mittelstand relevant ist: Mittelständische Unternehmen benötigen in der Regel keine zusätzliche, komplexe IT-Landschaft, sondern eine Lösung, mit der sich regulatorische Anforderungen strukturiert und skalierbar umsetzen lassen – ohne Overhead, ohne separate Insellösung für jede neue Vorschrift. Da cubemos modular aufgebaut ist, lässt sich mit dem PPWR-Modul beginnen und bei Bedarf um EUDR-, CSRD- oder CO₂-Module erweitern, sobald diese Themen ebenfalls relevant werden.

Häufige Fragen zur PPWR-Software für den Mittelstand

Was ist eine PPWR-Software?

Eine PPWR-Software ist eine digitale Lösung, die Unternehmen bei der strukturierten Umsetzung der EU-Verpackungsverordnung (Verordnung (EU) 2025/40) unterstützt – von der zentralen Verpackungsdatenerfassung über die Lieferantenabfrage bis zur automatisierten Erstellung von technischer Dokumentation und Konformitätserklärung.

Welche PPWR-Software eignet sich für den Mittelstand?

Für mittelständische Unternehmen eignen sich Lösungen, die den vollständigen PPWR-Prozess abdecken (Rollenidentifikation, Lieferantenmanagement, Dokumentation, Konformitätserklärung), ohne eine komplexe, separate IT-Landschaft zu erfordern. Modulare ESG-Plattformen wie cubemos ermöglichen zudem, mit der PPWR zu starten und bei Bedarf weitere Regularien wie EUDR oder CSRD über dieselbe Datenbasis zu ergänzen.

Brauchen Unternehmen überhaupt eine PPWR-Software?

Nicht zwingend. Bei wenigen, stabilen Verpackungen und wenigen Lieferanten kann eine gut strukturierte Excel-Tabelle ausreichen. Sobald die Zahl der Verpackungsvarianten, Lieferanten oder Standorte wächst, steigt der manuelle Pflegeaufwand jedoch überproportional – ab diesem Punkt zahlt sich eine Software in der Regel aus.

Kann die PPWR mit Excel umgesetzt werden?

Ja, grundsätzlich lässt sich die PPWR mit Excel umsetzen, solange das Verpackungsportfolio klein und stabil bleibt. Grenzen zeigen sich bei der Versionierung, der Verknüpfung von technischer Dokumentation und Konformitätserklärung sowie bei der Mehrfachnutzung der Daten für andere Regularien.

Was kostet eine PPWR-Software?

Es gibt keinen einheitlichen Marktpreis. Die Kosten hängen von der Größe des Verpackungsportfolios, der Anzahl der Lieferanten und Standorte sowie dem gewählten Funktionsumfang ab. Die meisten Anbieter, auch cubemos, erstellen individuelle Angebote statt pauschaler Listenpreise.

Welche Daten werden für die PPWR benötigt?

Regulatorisch erforderlich sind unter anderem Materialzusammensetzung und Gewicht je Verpackungskomponente, Rezyklatanteile, Werte zu besorgniserregenden Stoffen wie PFAS und Schwermetallen, Angaben zur Recyclingfähigkeit sowie die Rolle des Unternehmens je Verpackung.

Kann eine PPWR-Software Konformitätserklärungen erstellen?

Ja. Spezialisierte PPWR-Software generiert die EU-Konformitätserklärung nach Artikel 39 und Anhang VIII automatisiert aus den hinterlegten Verpackungs- und Bewertungsdaten und hält sie mit der technischen Dokumentation konsistent.

Kann Software technische Dokumentationen nach PPWR erstellen?

Ja. Da für die technische Dokumentation nach Anhang VII kein verbindliches EU-Formular existiert, bieten PPWR-Software-Anbieter meist eine strukturierte Vorlage, die alle erforderlichen Bestandteile systematisch abfragt und pflegt.

Welche Abteilungen arbeiten mit einer PPWR-Software?

Typischerweise Einkauf (Lieferantendaten), Produktmanagement (Verpackungsvarianten), Qualitätsmanagement und Nachhaltigkeit (Dokumentation und Nachweise) sowie in vielen Fällen die Geschäftsführung, da die Konformitätserklärung eine rechtsverbindliche Selbsterklärung des Unternehmens ist.

Wie lässt sich PPWR-Software mit ERP-Systemen verbinden?

Je nach Anbieter über einen einfachen Excel- oder CSV-Import, eine REST-API oder eine dedizierte ERP-Schnittstelle. Für Unternehmen mit häufigen Datenänderungen lohnt sich eine belastbare Anbindung, um doppelte Datenpflege zu vermeiden.

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