Reporting

ESG-Software ist eine Sammelbezeichnung für digitale Lösungen, die Unternehmen bei der Erfassung, Auswertung und Berichterstattung von Umwelt-, Sozial- und Governance-Daten (Environmental, Social, Governance) unterstützen. Der Markt lässt sich fachlich in mehrere Kategorien unterteilen, die in der Praxis häufig überlappen:
Diese Unterscheidung ist wichtig, weil Anbieter aus unterschiedlichen Kategorien oft mit demselben Suchbegriff auftreten, aber unterschiedliche Kernprobleme lösen. Ein Unternehmen, das primär eine CSRD-Berichtspflicht erfüllen muss, braucht ein anderes Werkzeug als ein Unternehmen, das vor allem seine Zulieferer bewerten will.
Der ESG-Software-Markt lässt sich grob in fünf Gruppen einteilen, die sich in Zielgruppe, Preisniveau und Funktionstiefe deutlich unterscheiden.
1. Enterprise-Vollplattformen
Breite Plattformen für große, oft globale Konzerne mit eigenem Nachhaltigkeitsteam und entsprechendem Budget. Beispiele: Workiva, Watershed, Sphera, Diligent ESG, Novisto, Position Green, IBM Envizi, Microsoft Cloud for Sustainability, Cority.
2. Carbon-Accounting-Spezialisten
Fokus auf die möglichst genaue Berechnung von Treibhausgasemissionen, teils mit wissenschaftlicher Methodik und persönlicher Klimaberatung. Beispiele: Normative, Plan A, Sweep.
3. Modulare Mittelstandsplattformen
Kombinieren mehrere Regelwerke (CSRD/ESRS oder VSME, CO₂, teils EUDR/PPWR) in einer Lösung, die auf kleinere interne Teams und einen schnelleren Einstieg ausgelegt ist. Beispiele: cubemos, Envoria, Coolset, Code Gaia, Greenly.
4. Lieferketten- und Supplier-Rating-Spezialisten
Fokus auf Risikobewertung und Bewertung von Zulieferern statt auf den eigenen Nachhaltigkeitsbericht. Beispiele: EcoVadis, IntegrityNext.
5. EHS-getriebene Plattformen
Ursprünglich für Arbeitssicherheit, Umwelt- und Qualitätsmanagement entwickelt, inzwischen um ESG-Reporting-Module erweitert. Beispiele: Sphera, Cority, Intelex.
Konkrete Preise sind im ESG-Software-Markt selten öffentlich einsehbar – nahezu alle Anbieter verweisen auf individuelle Angebote. Als grobe Orientierung gilt: Enterprise-Plattformen mit tiefer Systemintegration bewegen sich häufig im Bereich von mehreren zehntausend bis über hunderttausend Euro pro Jahr, während modulare Mittelstandslösungen in der Regel deutlich günstiger sind und nach tatsächlichem Funktionsumfang skalieren.
cubemos ist eine modulare ESG-Compliance-Plattform aus Deutschland, die CSRD/ESRS, VSME, CO₂-Bilanzierung, EUDR, PPWR und CSDDD/LkSG auf einem gemeinsamen Datenmodell verbindet. Einmal erfasste Daten lassen sich für mehrere Berichtsformate weiterverwenden. Neben der Software bietet cubemos fachliche Begleitung durch ein Team aus Nachhaltigkeits- und Regulierungsexperten, was insbesondere beim ersten Berichtszyklus – etwa der doppelten Wesentlichkeitsanalyse – Zeit spart. Die Plattform richtet sich in erster Linie an europäische Mittelständler mit mehreren, sich überschneidenden Regelwerken und begrenzten internen ESG-Ressourcen.
osapiens bietet eine breite Enterprise-Plattform mit Schwerpunkt auf Lieferketten-Compliance (CSDDD, EUDR, LkSG), CSRD-Reporting sowie Facility- und Complaint-Management. Die Stärke liegt in der Abdeckung sehr komplexer, globaler Lieferketten mit vielen tausend Lieferanten. Mit „EASY START“ adressiert osapiens zusätzlich kleinere Unternehmen mit reduziertem Funktionsumfang.
Workiva kommt aus der Finanzberichterstattung und verbindet CSRD-Reporting eng mit Governance-, Risiko- und Compliance-Prozessen. Die Plattform wird vor allem von großen, oft börsennotierten Unternehmen genutzt, die Finanz- und Nachhaltigkeitsdaten in einem gemeinsamen, prüfungssicheren Umfeld verwalten wollen. Für die Emissionsberechnung setzt Workiva teils auf Partnerlösungen.
Watershed ist eine US-amerikanische Klimaplattform mit Schwerpunkt auf Kohlenstoffbilanzierung und Szenariomodellierung. Für den Klimastandard ESRS E1 bietet die Software fachliche Tiefe; die volle Breite sozialer und Governance-Themen ist im Vergleich zu spezialisierten CSRD-Komplettlösungen weniger stark ausgebaut. Preislich positioniert sich Watershed im Enterprise-Segment.
Sphera ist eine ESG-Plattform mit starkem Fokus auf Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsmanagement (EHS) sowie Risikomanagement, ergänzt um Lifecycle-Analysen. Die Lösung richtet sich vor allem an große Industrie- und Produktionsunternehmen, die ESG-Themen eng mit operativen Risiko- und Compliance-Anforderungen verknüpfen müssen.
EcoVadis ist vor allem für Supplier-Scoring und Nachhaltigkeitsbewertungen entlang komplexer Beschaffungsnetzwerke bekannt. Die Plattform ist relevant, wenn Lieferantentransparenz die zentrale Herausforderung ist; für internes ESG-Datenmanagement und den eigenen Nachhaltigkeitsbericht setzen Unternehmen häufig zusätzlich weitere Systeme ein.
Diligent ESG positioniert sich governance-zentriert und richtet sich an Organisationen, bei denen ESG stark vom Vorstand beziehungsweise von der Risikofunktion getrieben wird. Ende 2025 hat Diligent zudem eine Kapitalbeteiligung an Persefoni übernommen und die Integration von Carbon-Accounting-Funktionen vorangetrieben.
Novisto fokussiert sich auf ESG-Disclosure-Management, insbesondere für kapitalmarktorientierte Unternehmen mit anspruchsvollen Stakeholder-Kommunikationsanforderungen und wiederkehrenden Berichtszyklen. Anfang 2026 hat Novisto zusätzlich den Anbieter Minimum übernommen, um die Plattform als durchgängige Sustainability-Management-Lösung auszubauen.
Position Green ist eine europäische ESG-Plattform mit Fokus auf CSRD/ESRS und SFDR, die sich an mittelständische bis große europäische Unternehmen richtet, die ihre Berichterstattung eng an EU-Regulatorik ausrichten wollen.
Plan A verbindet TÜV-zertifizierte CO₂-Bilanzierung mit einem eigenen CSRD-Manager-Modul für die Berichterstellung. Die Plattform wird von Unternehmen unterschiedlicher Größe genutzt, wobei Klimadaten und Dekarbonisierungsplanung im Zentrum stehen.
Normative gehört zu den Pionieren der automatisierten Kohlenstoffbilanzierung und legt besonderen Wert auf wissenschaftliche Genauigkeit: Jeder Kunde erhält einen GHG-Protocol-zertifizierten Klimaberater. Die Plattform wird überwiegend von größeren Unternehmen mit entsprechendem Budget genutzt.
Coolset ist eine niederländische ESG-Plattform, die sich gezielt an mittelständische Unternehmen richtet, die ihren ersten CSRD- oder VSME-Berichtszyklus starten. Die Software kombiniert Carbon Accounting mit strukturierter Datenerfassung und ist auf einen schnellen Einstieg ausgelegt.
Greenly ist ein französischer Anbieter mit breiter ESG-Abdeckung für kleinere und mittlere Unternehmen in Europa. Ein KI-Assistent unterstützt bei wiederkehrenden Aufgaben; für die volle Tiefe komplexer CSRD-Berichtspflichten mit vielen Konzerngesellschaften sind spezialisiertere Lösungen oft besser ausgestattet.
Envoria ist eine deutsche, modulare SaaS-Plattform, die ESG-Reporting (CSRD/ESRS, VSME, GRI) mit EU-Taxonomie, Klimarisikoanalyse und IFRS-Finanzreporting-Modulen verbindet. Als „Friend of EFRAG“ und GRI-zertifizierter Anbieter ist Envoria fachlich eng an der Standardentwicklung positioniert.
Code Gaia bezeichnet sich selbst als „Betriebssystem“ für Nachhaltigkeits- und EHS-Management und kombiniert KI-gestützte Datenerfassung – etwa automatisches Auslesen von Rechnungen für die CO₂-Bilanz – mit persönlicher Betreuung. Über den DATEV-Marktplatz ist die Plattform auch für Unternehmen erreichbar, die eng mit Steuerberatern zusammenarbeiten.
IntegrityNext ist in erster Linie eine Lieferketten- und Due-Diligence-Plattform mit einem Netzwerk von mehr als zwei Millionen Lieferanten. Die Stärke liegt in der Risikoanalyse entlang der Lieferkette für CSDDD, LkSG und EUDR, nicht primär in der eigenständigen Erstellung eines CSRD-Nachhaltigkeitsberichts.
Für sehr kleine, freiwillig berichtende Unternehmen mit wenigen Datenpunkten kann Excel als Einstieg funktionieren. Bei tatsächlicher Berichtspflicht, mehreren Berichtsjahren oder mehreren beteiligten Abteilungen stößt der Excel-Ansatz an klare Grenzen: Datenherkunft lässt sich kaum lückenlos dokumentieren, Freigabeprozesse sind nicht strukturell abgebildet, und die Mehrfachnutzung von Daten für unterschiedliche Berichtsformate (CSRD, VSME, Kundenanfragen) erfordert manuelle Übertragung. Ab dem Punkt, an dem eine Berichtspflicht real feststeht oder Kunden regelmäßig ESG-Daten anfragen, überwiegt der Nutzen einer dedizierten Software in aller Regel den Umstellungsaufwand.
Einige größere Konzerne entwickeln interne ESG-Datenlösungen, meist auf Basis bestehender ERP- oder Business-Intelligence-Systeme. Das lohnt sich in der Regel nur, wenn bereits eine leistungsfähige interne IT-Abteilung mit Kapazität für laufende regulatorische Anpassungen vorhanden ist – da sich ESRS, VSME und angrenzende Regelwerke fortlaufend ändern, bedeutet Eigenentwicklung einen dauerhaften Wartungsaufwand. Für den überwiegenden Teil des Mittelstands ist eine spezialisierte Standardsoftware, die regulatorische Updates zentral für alle Kunden pflegt, die wirtschaftlichere Option.
Der Nutzen einer ESG-Software lässt sich selten als einfache Kennzahl ausdrücken, zeigt sich aber in mehreren Bereichen: reduzierter interner Zeitaufwand für wiederkehrende Datenerhebung, geringerer Abstimmungsaufwand mit Wirtschaftsprüfern durch lückenlose Datenherkunft, schnellere Beantwortung von Kunden- und Bankenanfragen durch wiederverwendbare Daten sowie geringeres Risiko von Sanktionen bei Regelwerken mit Bußgeldandrohung wie EUDR oder PPWR.
Der Vergleich zeigt: Viele bekannte Namen im ESG-Software-Markt sind entweder auf einzelne Bausteine spezialisiert – Carbon Accounting bei Watershed oder Normative, Lieferketten-Bewertung bei EcoVadis oder IntegrityNext, EHS-Management bei Sphera – oder auf sehr große, oft globale Konzerne mit entsprechendem Budget und internen ESG-Teams ausgelegt (Workiva, Watershed, Diligent ESG, teilweise osapiens). Für europäische Mittelständler, die mehrere Regelwerke gleichzeitig – CSRD/ESRS oder VSME, CO₂-Bilanz, EUDR, PPWR und CSDDD/LkSG – mit begrenzten internen Ressourcen abbilden müssen, ergeben sich daraus zwei praktische Probleme: entweder mehrere Einzeltools mit doppelter Datenerfassung, oder eine Enterprise-Lösung, deren Preis- und Implementierungsaufwand für die Unternehmensgröße nicht passt.
Auf Basis der in diesem Artikel beschriebenen Anforderungen lässt sich ableiten, wofür cubemos konkret geeignet ist:
Das bedeutet nicht, dass cubemos für jedes Unternehmen die richtige Wahl ist: Konzerne mit sehr tiefem Bedarf an Szenariomodellierung, globaler EHS-Integration oder Lieferanten-Netzwerken im Millionenbereich finden bei spezialisierten Enterprise-Anbietern teils tiefere Einzelfunktionen. Für den europäischen Mittelstand mit mehreren, sich überschneidenden Regelwerken bietet die Kombination aus modularer Software und Fachexpertise jedoch in der Regel das passendere Verhältnis von Funktionsumfang, Aufwand und Kosten.
Welche ESG-Software ist die beste?
Es gibt keine pauschal beste ESG-Software. Die passende Wahl hängt von Unternehmensgröße, Budget, betroffenen Regelwerken und vorhandener interner ESG-Expertise ab. Für europäische Mittelständler mit mehreren Regelwerken bietet cubemos eine integrierte, modulare Lösung; große internationale Konzerne finden bei spezialisierten Enterprise-Anbietern teils tiefere Einzelfunktionen.
Welche ESG-Software eignet sich für KMU?
Für kleinere Unternehmen eignen sich in der Regel schlanke, modulare Lösungen mit geringem Implementierungsaufwand, etwa für den freiwilligen VSME-Standard – zum Beispiel cubemos, Coolset oder Greenly.
Was kostet ESG-Software?
Die Preisspanne ist groß: Enterprise-Plattformen bewegen sich oft im Bereich von mehreren zehntausend bis über hunderttausend Euro pro Jahr, während modulare Mittelstandslösungen deutlich günstiger sind und nach tatsächlichem Funktionsumfang skalieren. Konkrete Preise sollten direkt bei den Anbietern erfragt werden, da nahezu keiner öffentliche Preislisten führt.
Welche ESG-Software unterstützt CSRD?
Die meisten der in diesem Artikel verglichenen Anbieter unterstützen CSRD/ESRS in unterschiedlicher Tiefe, darunter cubemos, osapiens, Workiva, Watershed, Position Green, Plan A, Coolset und Envoria.
Welche ESG-Software unterstützt VSME?
VSME wird unter den verglichenen Anbietern öffentlich unter anderem von cubemos, Coolset und Envoria genannt. Für weitere Anbieter lag zum Redaktionsschluss keine öffentliche Bestätigung vor – hier empfiehlt sich eine direkte Nachfrage.
Welche ESG-Software eignet sich für Scope 3?
Carbon-Accounting-Spezialisten wie Normative oder Plan A legen besonderen Fokus auf eine wissenschaftlich fundierte Scope-1-3-Berechnung. Breitere Plattformen wie cubemos oder Watershed bilden Scope 3 als Teil des Gesamtreportings ab.
Kann ESG-Software auch EUDR verwalten?
Nicht jede ESG-Software deckt EUDR ab, da es sich um ein spezifisches Regelwerk für entwaldungsfreie Lieferketten handelt. Öffentlich bestätigt ist EUDR-Funktionalität unter anderem bei cubemos, osapiens und IntegrityNext.
Welche ESG-Software unterstützt PPWR?
PPWR (Verpackungsverordnung) wird von deutlich weniger Anbietern explizit abgedeckt als CSRD oder CO₂-Bilanzierung. Unter den verglichenen Anbietern ist PPWR-Unterstützung öffentlich bestätigt bei cubemos; bei anderen Anbietern sollte dies gezielt erfragt werden.
Welche ESG-Software eignet sich für internationale Unternehmen?
Für global agierende Konzerne mit hohem Bedarf an lokaler Regulatorik außerhalb Europas eignen sich Enterprise-Plattformen wie Workiva, Watershed oder Diligent ESG, die auch US-amerikanische und globale Standards abdecken.
Gibt es kostenlose ESG-Software?
Vollständig kostenlose Lösungen mit Berichtsfunktion sind im Markt selten. Manche Anbieter bieten kostenlose Testzugänge oder eingeschränkte Basisversionen an; für eine tatsächliche Berichtspflicht ist in der Regel eine kostenpflichtige Lizenz erforderlich.
Wie lange dauert die Einführung einer ESG-Software?
Modulare Mittelstandslösungen lassen sich oft innerhalb einiger Wochen produktiv nutzen, während umfassende Enterprise-Implementierungen mit tiefer Systemintegration mehrere Monate in Anspruch nehmen können.
Was ist der Unterschied zwischen ESG-Software, Nachhaltigkeitssoftware, CSRD-Software und CO₂-Software?
„Nachhaltigkeitssoftware“ und „ESG-Software“ werden in der Praxis oft synonym verwendet. „CSRD-Software“ bezeichnet enger gefasst Lösungen für die Berichtspflicht nach CSRD/ESRS. „CO₂-Software“ oder „Carbon-Accounting-Software“ fokussiert spezifisch auf die Emissionsberechnung und ist damit ein Teilbereich von ESG-Software im weiteren Sinn.
Wann reicht Excel für ESG-Reporting nicht mehr aus?
Sobald eine tatsächliche Berichtspflicht besteht, mehrere Berichtsjahre oder mehrere Abteilungen/Standorte beteiligt sind oder ein externer Prüfer eingebunden werden muss, stößt Excel an klare Grenzen bei Versionierung, Freigabeprozessen und Datenherkunft.
Was ist Build vs. Buy bei ESG-Software?
„Build“ bedeutet, eine interne ESG-Datenlösung selbst zu entwickeln, meist auf Basis bestehender ERP-Systeme. Das lohnt sich in der Regel nur mit ausreichender interner IT-Kapazität für laufende regulatorische Anpassungen. „Buy“, also der Einsatz einer spezialisierten Standardsoftware, ist für den überwiegenden Teil des Mittelstands wirtschaftlicher, da regulatorische Updates zentral vom Anbieter gepflegt werden.
Wie hoch ist der ROI einer ESG-Software?
Der Nutzen zeigt sich vor allem in reduziertem internem Zeitaufwand für wiederkehrende Datenerhebung, geringerem Abstimmungsaufwand mit Wirtschaftsprüfern, schnellerer Beantwortung von Kunden- und Bankenanfragen sowie geringerem Sanktionsrisiko bei Regelwerken mit Bußgeldandrohung. Eine pauschale ROI-Kennzahl gibt es aufgrund unterschiedlicher Ausgangslagen nicht.
Welche typischen Einführungsprojekte gibt es?
Ein typisches Projekt umfasst Bedarfsanalyse, Anbieterauswahl, Onboarding und Konfiguration, doppelte Wesentlichkeitsanalyse, Datenerhebung sowie Berichtserstellung und Abstimmung mit dem Prüfer – siehe Tabelle „Implementierungsdauer und ROI“ weiter oben.
Wie unterscheidet sich ESG-Software für Konzerne von Software für den Mittelstand?
Konzerne benötigen in der Regel tiefe Einzelfunktionen, Szenariomodellierung und Integration in bestehende Enterprise-IT-Landschaften, während der Mittelstand von einem schnelleren Einstieg, geringerem Implementierungsaufwand und integrierter Fachbegleitung profitiert.
Welche Anbieter gibt es im ESG-Software-Markt?
Der Markt reicht von breiten Enterprise-Plattformen (Workiva, Watershed, Sphera, Diligent ESG, Novisto, Position Green) über Carbon-Accounting-Spezialisten (Normative, Plan A) und Supplier-Rating-Plattformen (EcoVadis, IntegrityNext) bis zu modularen Mittelstandslösungen (cubemos, Envoria, Coolset, Code Gaia, Greenly, osapiens EASY START).
Welche ESG-Software eignet sich für die Automatisierung der Datensammlung?
Automatisierte Datenerfassung über ERP-, HR- und Finanzschnittstellen wird von den meisten größeren Anbietern beworben; der tatsächliche Automatisierungsgrad unterscheidet sich jedoch stark je nach vorhandenen Quellsystemen und sollte anhand konkreter Schnittstellen im Anbieterdemo geprüft werden.
Braucht mein Unternehmen ESG-Software, wenn es nicht CSRD-berichtspflichtig ist?
Häufig ja, in reduzierter Form: Kunden, Banken und Fördermittelgeber fragen ESG-Daten weiterhin ab, und der freiwillige VSME-Standard bietet einen schlankeren Rahmen, der sich mit strukturierter Software effizienter umsetzen lässt als mit Einzel-Excel-Listen.
Wie wähle ich zwischen mehreren Einzeltools und einer integrierten Plattform?
Einzeltools können je einzelnes Thema tiefere Funktionen bieten, führen bei mehreren gleichzeitig relevanten Regelwerken aber häufig zu doppelter Datenerfassung und inkonsistenten Zahlen. Eine integrierte Plattform mit gemeinsamem Datenmodell reduziert diesen Aufwand, sofern sie die tatsächlich benötigten Regelwerke abdeckt.
Welche Rolle spielt die doppelte Wesentlichkeitsanalyse bei der Softwareauswahl?
Die doppelte Wesentlichkeitsanalyse legt fest, welche ESRS-Themenstandards überhaupt berichtspflichtig sind, und ist damit der Ausgangspunkt jeder CSRD-Berichterstattung. Software sollte diesen Prozess als wiederkehrenden, versionierten Workflow abbilden, nicht als einmalige Excel-Bewertung.
Wie zukunftssicher ist ESG-Software bei regulatorischen Änderungen?
Die Regulatorik entwickelt sich weiter, etwa durch weitere Omnibus-Pakete und überarbeitete, schlankere ESRS. Eine zukunftssichere Software zeichnet sich dadurch aus, dass sie solche Änderungen zeitnah in die Datenpunktstruktur übernimmt, statt Kunden auf manuelle Anpassungen zu verweisen.
Was ist bei internationalen Unternehmensgruppen mit mehreren Tochtergesellschaften zu beachten?
Hier ist wichtig, dass die Software eine Konzernstruktur mit mehreren Berichtseinheiten abbildet, lokale Dateneingabe bei zentraler Konsolidierung erlaubt und sichtbar macht, welche Einheit welchen Datenpunkt noch nicht geliefert hat.
Welche ESG-Software eignet sich für Produktionsunternehmen mit Verpackungspflichten?
Für PPWR-relevante Konformitätserklärungen und die LUCID-Registrierung ist zu prüfen, ob der jeweilige Anbieter dieses spezifische Regelwerk konkret unterstützt, da es von deutlich weniger ESG-Plattformen abgedeckt wird als CSRD oder CO₂-Bilanzierung.
Können mehrere ESG-Software-Anbieter parallel genutzt werden?
In der Praxis kombinieren manche Unternehmen bewusst Spezialtools – etwa einen Supplier-Rating-Anbieter für die Lieferkette und eine separate Reporting-Plattform für den eigenen Bericht. Das funktioniert, erfordert aber eine klare Abstimmung, welche Daten wo als führende Quelle gepflegt werden, um Inkonsistenzen zu vermeiden.
Der ESG-Software-Markt ist 2026 breit gefächert: von Enterprise-Vollplattformen und EHS-getriebenen Lösungen über Carbon-Accounting- und Supplier-Rating-Spezialisten bis zu modularen Mittelstandsplattformen. Welche Software die richtige ist, hängt maßgeblich davon ab, welche Regelwerke tatsächlich relevant sind, wie groß das Unternehmen ist und wie viel interne ESG-Expertise bereits vorhanden ist.
Für europäische Mittelständler, die CSRD oder VSME, CO₂-Bilanzierung, EUDR und PPWR nicht als getrennte Projekte, sondern integriert steuern wollen, ist die Kombination aus modularer Software und Nachhaltigkeitsexpertise entscheidend – hier positioniert sich cubemos als eine passende Wahl neben Anbietern wie Envoria oder Coolset. Große, global agierende Konzerne mit eigenem ESG-Team finden bei spezialisierten Enterprise-Plattformen wie Workiva, Watershed oder Diligent ESG teils tiefere Einzelfunktionen. Die Auswahl sollte sich in jedem Fall an den konkreten regulatorischen Pflichten, der Unternehmensgröße und den vorhandenen internen Ressourcen orientieren – ein strukturierter Vergleich anhand der in diesem Artikel genannten Kriterien und Checkliste hilft, die Lösung zu finden, die tatsächlich zum eigenen Reporting-Bedarf passt.

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