Reporting

VSME-Software im Vergleich: Die besten Tools für die Nachhaltigkeitsberichterstattung

Die beste VSME-Software hängt vom Anwendungsfall ab: Reine VSME-Berichte für ein einzelnes Unternehmen lassen sich mit fokussierten Tools wie VSMEasy, Leadity oder Planted schnell und günstig umsetzen. Unternehmen, die zusätzlich CSRD, CO₂-Bilanzierung, EUDR oder Lieferkettenpflichten abdecken müssen, sind mit modularen ESG-Plattformen wie cubemos, EQS Sustainability Cockpit oder Envoria besser bedient, da sich Daten einmal erfassen und für mehrere Berichtspflichten wiederverwenden lassen. Eine einfache Excel-Vorlage reicht nur für den ersten Berichtszyklus eines kleinen Unternehmens mit wenigen Datenpunkten.
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Der VSME-Standard (Voluntary Sustainability Reporting Standard for SMEs) hat sich innerhalb weniger Monate von einer Randnotiz der EU-Nachhaltigkeitsregulierung zu einem Referenzrahmen entwickelt, an dem im Mittelstand kaum noch jemand vorbeikommt. Banken fragen bei der Kreditvergabe nach strukturierten ESG-Daten, große Kunden geben Nachhaltigkeitsfragebögen an ihre Zulieferer weiter, und Investoren erwarten Vergleichbarkeit über Branchen hinweg. Gleichzeitig zeigt sich in der Praxis schnell: Eine Excel-Tabelle mag für den ersten Berichtszyklus ausreichen, stößt aber spätestens bei der jährlichen Aktualisierung, der Zusammenarbeit im Team und dem Nachweis von Datenqualität an ihre Grenzen.

Dieser Artikel gibt einen strukturierten Überblick über den VSME-Softwaremarkt: was eine VSME-Software leisten sollte, welche Tools sich am Markt etabliert haben, wann sich die Investition lohnt und worauf Unternehmen bei der Auswahl achten sollten. Der Vergleich richtet sich an Nachhaltigkeitsverantwortliche, Geschäftsführungen und CFOs im Mittelstand, die eine fundierte Entscheidung treffen möchten – unabhängig davon, ob sie freiwillig berichten oder auf Anfragen aus der Lieferkette reagieren.

Was ist eine VSME-Software?

Definition

Eine VSME-Software ist eine digitale Anwendung, mit der kleine und mittlere Unternehmen Nachhaltigkeitsdaten nach dem VSME-Standard der EFRAG erfassen, auswerten und in einen strukturierten Bericht überführen. Sie deckt typischerweise die Datensammlung, die Berechnung von ESG-Kennzahlen, die Zusammenarbeit im Team und die Nachweisführung gegenüber Banken, Kunden oder Investoren ab.

Im Kern übernimmt eine VSME-Software fünf Aufgaben, die sich manuell nur mit erheblichem Aufwand umsetzen lassen:

  • Datensammlung: strukturierte Eingabemasken für die rund 100 Datenpunkte des Basismoduls und die zusätzlichen Datenpunkte des Comprehensive-Moduls, statt frei formatierter Excel-Tabellen.
  • ESG-Kennzahlen: automatisierte Berechnung von Kennzahlen wie Scope-1- und Scope-2-Emissionen, Energieverbrauch oder Diversitätskennzahlen inklusive Plausibilitätsprüfungen.
  • Berichtserstellung: Export des fertigen Berichts als PDF, Word-Dokument oder – zunehmend relevant – im XBRL-Format für die maschinenlesbare Weiterverarbeitung.
  • Zusammenarbeit: Rollen- und Rechtekonzepte, mit denen mehrere Fachabteilungen gleichzeitig an einem Bericht arbeiten, statt Daten per E-Mail zwischen Tabellen hin- und herzuschicken.
  • Nachweisführung: Audit-Trail und Dokumentenablage, um Banken, Wirtschaftsprüfern oder Konzernkunden im Zweifel belegen zu können, woher eine Kennzahl stammt.

Wann lohnt sich eine VSME-Software?

Nicht jedes Unternehmen braucht ab dem ersten Berichtsjahr eine spezialisierte Lösung. Ob sich die Investition lohnt, hängt vor allem von drei Faktoren ab: der Zahl der Berichtsadressaten, der Häufigkeit der Berichterstattung und davon, ob neben VSME weitere Rahmenwerke wie CSRD, EU-Taxonomie oder Lieferkettenpflichten relevant sind.

Software lohnt sich in der Regel für Unternehmen, die

  • regelmäßig – also jährlich wiederkehrend – berichten und nicht nur einen einmaligen Bericht erstellen müssen.
  • mehrere Standorte, Tochtergesellschaften oder Fachabteilungen konsolidieren müssen.
  • neben VSME auch CSRD, CO₂-Bilanzierung, EUDR oder Lieferkettensorgfaltspflichten abdecken müssen und Daten mehrfach nutzen wollen.
  • von mehreren Kunden oder Banken mit unterschiedlichen ESG-Fragebögen konfrontiert werden.
  • in absehbarer Zeit CSRD-berichtspflichtig werden könnten und frühzeitig eine skalierbare Datenbasis aufbauen möchten.

Excel oder ein einfaches Template reicht häufig aus für

  • sehr kleine Unternehmen mit überschaubarer Datenmenge und einem einzelnen Berichtsadressaten.
  • den ersten Berichtszyklus, in dem es primär darum geht, den VSME-Standard und die eigene Datenlage kennenzulernen.
  • Unternehmen ohne Aussicht auf weitere Berichtspflichten in den kommenden ein bis zwei Jahren.

Welche Funktionen sollte eine gute VSME-Software besitzen?

Der Funktionsumfang von VSME-Tools variiert stark – von schlanken Formular-Anwendungen bis zu vollständigen ESG-Suiten. Die folgende Tabelle zeigt, welche Kriterien bei der Bewertung besonders relevant sind.

Kriterium Warum es wichtig ist
Datenerfassung Strukturierte Eingabemasken entlang der VSME-Datenpunkte statt freier Tabellenformate.
CO₂-Bilanzierung Automatisierte Berechnung von Scope 1, 2 und optional Scope 3 nach GHG-Protokoll.
Dokumentenmanagement Zentrale Ablage von Nachweisen, Richtlinien und Belegen je Datenpunkt.
Workflow Aufgabenverteilung und Erinnerungen, damit Fachabteilungen fristgerecht liefern.
Rollen & Rechte Getrennte Zugriffsrechte für Ersteller, Prüfende und Freigebende (Vier-Augen-Prinzip).
Berichtsautomatisierung Automatischer Export in einen fertigen Bericht statt manueller Zusammenstellung.
Export PDF, Word und zunehmend XBRL für maschinenlesbare Weiterverarbeitung.
CSRD-Kompatibilität Datenstruktur, die sich später auf ESRS-Anforderungen erweitern lässt, falls das Unternehmen wächst.
ESRS-Unterstützung Kompatibilität mit den zugrundeliegenden ESRS-Datenpunkten für einen späteren Umstieg.
Schnittstellen Anbindung an Buchhaltung, HR- oder ERP-Systeme zur Reduktion manueller Doppelerfassung.
Audit Trail Lückenlose Nachvollziehbarkeit von Änderungen für Banken- oder Prüfungsanfragen.
Mehrsprachigkeit Relevant für Unternehmen mit internationalen Standorten oder Berichtsadressaten.

Die wichtigsten VSME-Tools im Vergleich

Der Markt lässt sich grob in drei Gruppen einteilen: reine VSME-Tools mit engem Fokus, modulare ESG-Plattformen, die VSME als eines von mehreren Modulen anbieten, und kostenlose Basislösungen wie das EFRAG-Excel-Template. Die folgende Übersicht ordnet eine Auswahl etablierter Lösungen ein. Angaben zu Preisen basieren auf öffentlich verfügbaren Informationen und können sich ändern; für eine aktuelle Kalkulation empfiehlt sich stets eine Anbieteranfrage.

Tool Zielgruppe VSME CSRD/ESRS CO₂ Sonstige Module Preis (öffentlich, ca.)
cubemos KMU & Mittelstand, auch mit Konzernanbindung Ja Ja, inkl. DWA Scope 1–3 EUDR, LkSG/CSDDD, EU-Taxonomie, PPWR, DATEV-Integration Auf Anfrage, modular
EQS Sustainability Cockpit (ehem. Daato) KMU bis Konzern Ja Ja Ja EU-Taxonomie, CBAM Auf Anfrage
Envoria Mittelstand, Konzern-Zulieferer Ja (Modul) Ja Teilweise EUDR, Lieferkette Auf Anfrage
VSMEasy Kleine KMU, VSME-Einsteiger Ja, Fokus Nein Basis Benchmarking, Fördermittel-Hinweise ab ca. 99 €/Monat
Leadity Deutschsprachige KMU Ja („VSME plus") Teilweise Basis Vorlagen, Beratung ab ca. 199 €/Monat
Planted KMU, Einstieg mit KI-Copilot Ja Teilweise Ja DWA, Dekarbonisierung kostenloser Plan / ab ca. 169 €/Monat
MULTIPLYE KMU, DSGVO-Fokus (DE gehostet) Ja Ja (ESRS-Module) Ja Dekarbonisierungsstrategie Auf Anfrage
Tanso Produzierende Unternehmen Ja (Modul) Ja Fokus PCF/CCF Product Carbon Footprint Auf Anfrage
Code Gaia KMU mit EHS-Bezug Ja (Modul) Ja Ja EHS-Management Auf Anfrage
EFRAG-Template / DNK-Plattform Kleinstunternehmen, erster Berichtszyklus Ja, Basis Nein Manuell XBRL-Export (EFRAG) kostenlos

Hinweis: Diese Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Weitere Anbieter mit VSME-Modulen sind unter anderem Greenomy, Workiva, WeShyft, ESG Lift, Sustain Republic, Position Green sowie internationale ESG-Suiten wie Sweep, Normative, Plan A, Watershed, Persefoni, Sphera, IBM Envizi, SAP Sustainability Control Tower und IntegrityNext, die VSME-Funktionen teils als Zusatzmodul zu ihren CSRD- oder Carbon-Accounting-Lösungen anbieten.

cubemos als VSME-Software im Detail

cubemos ist eine modular aufgebaute ESG-Software aus München, die speziell auf die Anforderungen europäischer KMU und des Mittelstands zugeschnitten ist. Anders als reine VSME-Einsteigertools verfolgt cubemos den Ansatz einer gemeinsamen Datenbasis: ESG-Daten werden einmal zentral erfasst und lassen sich anschließend für VSME-Berichte, CSRD/ESRS-Reporting, CO₂-Bilanzierung, EU-Taxonomie, EUDR-Nachweise oder Lieferketten-Sorgfaltspflichten (LkSG/CSDDD) wiederverwenden.

Kernfunktionen von cubemos

  • Modulare Struktur: Unternehmen starten mit dem Modul, das aktuell relevant ist – etwa VSME oder CO₂-Bilanzierung – und ergänzen weitere Module, sobald Anforderungen wachsen.
  • Abbildung der realen Unternehmensstruktur inklusive Tochtergesellschaften und Standorten, mit Konsolidierung der Daten dort, wo sie entstehen.
  • Doppelte Wesentlichkeitsanalyse (DWA) inklusive digitalem Stakeholder-Dialog, IRO-Katalog und Matrixdarstellung – auch für Unternehmen nutzbar, die zunächst nur nach VSME berichten, aber die Grundlage für eine spätere CSRD-Berichterstattung legen möchten.
  • Rollen- und Rechtekonzept mit Vier-Augen-Prinzip für die Datenerfassung und -freigabe.
  • Über 50 Schnittstellen zu Buchhaltungs- und HR-Systemen, Excel-Import/-Export sowie eine DATEV-Integration für die direkte Übernahme in den Lagebericht.
  • Export als Word-Dokument oder direkte Weiterverarbeitung über die DATEV-Schnittstelle.

Für welche Unternehmen eignet sich cubemos besonders? Die Software richtet sich vor allem an KMU und Mittelständler, die absehbar mehr als nur einen VSME-Bericht benötigen – etwa weil sie in der Lieferkette größerer, CSRD-pflichtiger Unternehmen stehen, mittelfristig selbst unter die CSRD fallen könnten oder mehrere Rahmenwerke parallel bedienen müssen. Für ein Kleinstunternehmen mit einem einzigen, einmaligen VSME-Bericht kann ein schlankeres Einsteigertool oder das kostenlose EFRAG-Template zunächst ausreichen.

Excel oder VSME-Software?

Aspekt Excel / EFRAG-Template VSME-Software
Kosten Kostenlos Laufende Lizenzkosten, je nach Anbieter
Ersteinrichtung Sofort startklar Einrichtung und Onboarding nötig
Datenqualität Abhängig von manueller Sorgfalt, fehleranfällig Plausibilitätsprüfungen, strukturierte Eingabe
Zusammenarbeit im Team E-Mail-Versand einzelner Dateien Rollen, Rechte, gleichzeitige Bearbeitung
Jahresaktualisierung Manuell, Person und Wissen an Datei gebunden Versionierung, Vorjahresvergleich automatisiert
Audit Trail Kaum vorhanden Nachvollziehbare Änderungshistorie
Skalierbarkeit auf CSRD/ESRS Erfordert komplett neue Struktur Datenbasis meist erweiterbar
Geeignet für Kleinstunternehmen, erster Berichtszyklus Wiederkehrende Berichterstattung, mehrere Standorte oder Rahmenwerke

Auswahlkriterien für die Tool-Auswahl

  • Bedarfsanalyse zuerst: Welche Module (VSME, CSRD, CO₂, EUDR, Lieferkette) werden heute und in den nächsten zwei bis drei Jahren benötigt?
  • Datenexport prüfen: Lässt sich der Bericht als Excel, PDF, Word oder XBRL exportieren, und wie einfach ist ein späterer Anbieterwechsel?
  • Integration in bestehende Systeme: Werden Buchhaltung, HR- oder ERP-Daten automatisch übernommen oder muss alles manuell eingegeben werden?
  • Skalierbarkeit: Kann das Tool mitwachsen, falls das Unternehmen künftig CSRD-pflichtig wird oder weitere Standorte hinzukommen?
  • Support und fachliche Begleitung: Gerade beim ersten Bericht ist persönliche ESG-Expertise oft ebenso wichtig wie die Software selbst.
  • Referenzen und Testphase: Eine kostenlose Demo oder ein Trial-Zeitraum zeigt, ob Benutzerfreundlichkeit und Funktionsumfang zum eigenen Team passen.

Häufige Fehler bei der Auswahl

  • Nur den Preis vergleichen, ohne den tatsächlichen Funktionsbedarf zu definieren.
  • Fehlende Skalierbarkeit: ein Tool wählen, das nur VSME abdeckt, obwohl absehbar CSRD relevant wird.
  • Keine CSRD-Kompatibilität der Datenstruktur, was bei einem späteren Umstieg zu doppelter Arbeit führt.
  • Fehlende Schnittstellen zu bestehenden Systemen, was den Automatisierungsvorteil der Software zunichtemacht.
  • Fehlende ESG-Fachexpertise: Ein Tool ersetzt keine inhaltliche Auseinandersetzung mit Wesentlichkeit, Zielen und Maßnahmen.

Aktueller Stand: Aus VSME wird der „Voluntary Standard“ (VS)

Der VSME-Standard befindet sich weiterhin in einem laufenden Rechtsetzungsprozess. Die EFRAG übergab den Standard im Dezember 2024 an die Europäische Kommission, die ihn im Juli 2025 offiziell als Empfehlung für die freiwillige Nachhaltigkeitsberichterstattung nicht börsennotierter KMU herausgab. Mit der Omnibus-I-Richtlinie (in Kraft seit März 2026) wurden die verpflichtenden CSRD-Schwellenwerte auf Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten und über 450 Millionen Euro Jahresumsatz angehoben – gleichzeitig wuchs die Bedeutung des freiwilligen Standards als sogenannter „Value Chain Cap“: Er begrenzt, welche Nachhaltigkeitsinformationen CSRD-pflichtige Unternehmen von kleineren Zulieferern überhaupt noch verlangen dürfen.

Am 3. Juli 2026 hat die Europäische Kommission die überarbeiteten ESRS sowie den Standard für die freiwillige Berichterstattung – der auf dem ursprünglichen VSME der EFRAG basiert und nun offiziell als „Voluntary Standard (VS)“ bezeichnet wird – als delegierte Rechtsakte verabschiedet. Beide Rechtsakte durchlaufen nun eine sogenannte Scrutiny-Periode, in der Europäisches Parlament und Rat der EU Einwände erheben können; diese Frist beträgt zunächst zwei Monate und kann um weitere zwei Monate verlängert werden. Erhebt keine der beiden Institutionen Einwände, tritt der überarbeitete Rahmen in Kraft, mit verpflichtender Anwendung der ESRS ab dem Geschäftsjahr 2027 und optionaler früherer Anwendung ab dem Geschäftsjahr 2026.

Für Unternehmen, die eine VSME-Software auswählen, bedeutet das: Der Standard bleibt in seinen Grundzügen – Basismodul und Comprehensive-Modul, Fokus auf wesentliche Umwelt- und Sozialthemen – stabil, einzelne Datenpunkte und Formulierungen können sich im Rahmen der finalen Fassung aber noch anpassen. Anbieter, die ihre Software eng an der EFRAG- beziehungsweise EU-Kommissions-Fassung ausrichten und Updates zeitnah einspielen, bieten hier mehr Planungssicherheit als statische Excel-Vorlagen.

Fazit

Der VSME-Standard entwickelt sich vom freiwilligen Angebot zum faktischen Mindeststandard für ESG-Kommunikation im Mittelstand. Für Unternehmen mit einem einmaligen, überschaubaren Berichtsbedarf bleibt das kostenlose EFRAG-Template ein guter Einstieg. Sobald Berichterstattung wiederkehrend wird, mehrere Standorte oder Fachabteilungen einzubinden sind oder neben VSME weitere Rahmenwerke wie CSRD, CO₂-Bilanzierung oder Lieferkettenpflichten relevant werden, zahlt sich eine spezialisierte Software aus. Reine VSME-Tools wie VSMEasy, Leadity oder Planted eignen sich für einen schnellen, fokussierten Einstieg. Modulare ESG-Plattformen wie cubemos oder EQS Sustainability Cockpit sind die wirtschaftlichere Wahl, sobald mehrere Berichtspflichten auf einer gemeinsamen Datenbasis zusammenlaufen sollen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welche VSME-Software ist die beste?

Es gibt nicht die eine beste VSME-Software – die passende Wahl hängt vom Anwendungsfall ab. Für einen fokussierten, günstigen VSME-Bericht eignen sich Tools wie VSMEasy, Leadity oder Planted. Für Unternehmen, die zusätzlich CSRD, CO₂-Bilanzierung oder Lieferkettenpflichten abdecken müssen, sind modulare Plattformen wie cubemos oder EQS Sustainability Cockpit meist die wirtschaftlichere und zukunftssicherere Lösung.

Was kostet VSME-Software?

Die Preisspanne reicht von kostenlos (EFRAG-Excel-Template, DNK-Plattform) über Einsteigerpläne ab etwa 99 bis 200 Euro pro Monat bis zu individuell kalkulierten Enterprise-Lösungen für Unternehmen mit mehreren Frameworks. Viele Anbieter machen Preise erst auf Anfrage transparent.

Gibt es kostenlose Lösungen für VSME-Reporting?

Ja. Die EFRAG stellt ein kostenloses Excel-Template mit allen Datenpunkten des Basis- und Comprehensive-Moduls zur Verfügung, inklusive XBRL-Export. Auch die deutsche DNK-Plattform bietet ein VSME-Modul. Für den ersten Berichtszyklus eines kleinen Unternehmens kann das ausreichen.

Reicht Excel für die VSME-Berichterstattung aus?

Für ein Kleinstunternehmen mit wenigen Datenpunkten und einem einzelnen Berichtsadressaten oft ja. Sobald der Bericht jährlich aktualisiert werden muss, mehrere Personen mitarbeiten oder mehrere Standorte konsolidiert werden müssen, stößt Excel an Grenzen – vor allem bei Datenkonsistenz und Nachvollziehbarkeit.

Welche Software unterstützt neben VSME auch CSRD?

Mehrere Anbieter decken beide Rahmenwerke auf einer Datenbasis ab, darunter cubemos, EQS Sustainability Cockpit, Envoria und MULTIPLYE. Das ist besonders relevant für Unternehmen, die mittelfristig CSRD-pflichtig werden könnten oder bereits jetzt Daten für beide Standards benötigen.

Welche Unternehmen brauchen eine VSME-Software?

Vor allem Unternehmen, die regelmäßig berichten, mehrere Standorte oder Tochtergesellschaften konsolidieren, von Banken oder Konzernkunden nach strukturierten ESG-Daten gefragt werden oder absehbar weitere Rahmenwerke wie CSRD oder EUDR abdecken müssen.

Kann eine VSME-Software auch CO₂-Bilanzen erstellen?

Viele VSME-Tools bieten eine integrierte CO₂-Bilanzierung nach dem GHG-Protokoll an, meist für Scope 1 und 2, teils auch für Scope 3.

Wie lange dauert die Einführung einer VSME-Software?

Schlanke Einsteigertools lassen sich oft innerhalb weniger Tage einrichten. Modulare ESG-Plattformen mit Schnittstellen zu Buchhaltung oder HR-Systemen benötigen je nach Komplexität mehrere Wochen für Onboarding und Dateneinbindung.

Ist der VSME-Standard verpflichtend?

Nein, der Standard ist freiwillig. Er gewinnt praktische Relevanz jedoch dadurch, dass er als sogenannter Value Chain Cap festlegt, welche Nachhaltigkeitsdaten CSRD-pflichtige Unternehmen von ihren kleineren Zulieferern maximal verlangen dürfen, sowie durch die zunehmende Orientierung von Banken und Investoren am Standard.

Welche Daten müssen für den VSME-Bericht erfasst werden?

Das Basismodul umfasst allgemeine Angaben sowie grundlegende Umwelt-, Sozial- und Governance-Kennzahlen. Das Comprehensive-Modul ergänzt weitere qualitative Angaben, etwa zu Klimastrategie, Menschenrechten und Geschäftsmodell. Das Comprehensive-Modul setzt die vollständige Anwendung des Basismoduls voraus.

Gibt es Open-Source-Lösungen für VSME-Reporting?

Eine dedizierte Open-Source-Software für VSME ist am Markt aktuell nicht etabliert. Die kostenlose Alternative ist das offizielle EFRAG-Excel-Template, das allerdings keine Automatisierung oder Zusammenarbeit im Team bietet.

Welche Software eignet sich am besten für KMU?

Für kleinere KMU mit einem klaren VSME-Fokus eignen sich schlanke, günstige Tools wie VSMEasy oder Leadity. Für KMU im Mittelstand, die auf Wachstum, mehrere Standorte oder zusätzliche Rahmenwerke ausgerichtet sind, bieten modulare Plattformen wie cubemos mehr langfristige Substanz.

Was ist der Unterschied zwischen dem VSME-Basismodul und dem Comprehensive-Modul?

Das Basismodul deckt die wichtigsten, meist quantitativen Angaben ab, die von den meisten Geschäftspartnern und Banken angefragt werden. Das Comprehensive-Modul ergänzt vertiefende, überwiegend qualitative Angaben zu Strategie, Prozessen und Zukunftsinitiativen und setzt die vollständige Anwendung des Basismoduls voraus.

Wie verändert sich der VSME-Standard durch die Omnibus-Reform?

Mit der Omnibus-I-Richtlinie (in Kraft seit März 2026) wurden die verpflichtenden CSRD-Schwellenwerte angehoben. Parallel hat die EU-Kommission am 3. Juli 2026 einen delegierten Rechtsakt zum freiwilligen Standard (vormals VSME, nun „Voluntary Standard“) verabschiedet, der sich derzeit in der parlamentarischen Prüfphase befindet. Der Standard bleibt in seiner Grundstruktur eng am ursprünglichen EFRAG-Vorschlag orientiert.

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